Die Mädchen sind dem Fußball sein größter Feind.
Im ersten Teil der Wilden Kerle vor drei Jahren drehte sich wie in der gleichnamigen Kinderbuch-Reihe alles um Fußball. Dort musste die Gang um ihren Anführer Leon, den Slalomdribbler und Meister der Fallrückzieher, noch im „Teufelstopf“, ihrem Bolzplatz, ihre Fußballerehre gegen die „Unbesiegbaren Sieger“ verteidigen.
Im 2. Teil ein Jahr danach pubertierte es schon gewaltig, und Vanessa, die geniale Passgeberin und das einzige Mädchen der Gruppe, brachte mit ihrer Liebe zu dem Jung-Macho Gonzales den erhofften Liga-Sieg in ernste Gefahr.
Nun, im dritten Teil und zweieinhalb Millionen Kinozuschauer später, ist der Geschlechterkampf offen ausgebrochen und der Fußball nur noch Mittel zum Zweck. Und der heißt: Wie kommt es möglichst schnell und doch nicht zu direkt zur ersten Tuchfühlung?
Die Wilden Kerle sind auf dem Weg zum Erwachsensein. Das desaströse 1:25 gegen die Nationalmannschaft beendete schlagartig ihre Kicker- und Kindheitsträume, nun sind sie verstreut in alle Richtungen. Da tritt der kleine Nerv auf den Plan, selbst erklärter größter Fan der Kerle, und trommelt die Bande wieder zusammen. Denn die „biestigen Biester“, ein waschechtes Mädchenteam, fordert die „Wilden Kerle“ zum Wettstreit um den Titel der wildesten Fußballmannschaft der Welt heraus.
Bei allen dramaturgischen und spielerischen Holprigkeiten, die wohl dem rasanten Produktionstempo geschuldet sind, bleibt auch die zweite Fortsetzung ihrem Prinzip treu: Ihre Geschichte auf Augenhöhe ihrer Protagonisten und deren Zuschauer zu erzählen. Ohne aufdringliche Teenie-Altklugheiten und vor allem ohne aufgeblasenes digitales Brimborium. Der alte Traum vom Baumhaus ist geblieben, nur dass jetzt dort andere – vor allem weibliche – Gäste empfangen werden. MS
D 2006. Regie und Buch: Joachim Masannek. Mit: Jimi Blue Ochsenknecht, Sarah Kim Gries, Constantin Gastmann, Uwe Ochsenknecht. 90 Min.
SAT1, Samstag, 23. Februar 2008, 20.15 Uhr
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