In den 80er Jahren gab es eine ganze Reihe Filme, die auf nostalgische Weise die Jugend ihrer Regisseure in Geschichten Revue passieren ließen.
In deren Zentrum standen eine Gruppe Kids, die gemeinsam auf große Abenteuertrips oder Schatzsuchen aufbrachen und dabei in erster Linie ihre Freundschaft zueinander entdeckten. Zumeist in den 50er Jahren angesiedelt (Stand By Me), aber aufgrund ihrer universellen Aussage auch problemlos für die Zuschauer der damaligen Zeit nachvollziehbar, sind viele davon im Laufe der Zeit zu modernen Klassikern avanciert.
Steven Brills Film Trouble ohne Paddel, der deutlich besser ist, als sein idiotischer Titel vermuten lässt, ist nun seinerseits ein nostalgischer Blick zurück – aus der heutigen Perspektive. Denn die unterschiedlichen Kindsköpfe in Brills Freundschaftsgeschichte muten wie die erwachsen gewordenen Protagonisten aus den Goonies an, einem Film, der in den 80er Jahren einer dieser Kassenerfolge war und in Steven-Spielberg-Manier (immerhin war er seinerzeit Produzent) das Abenteuer der Kindheit zelebrierte.
Die Freunde Dan, Jerry und Tom werden aus ihrem mehr oder weniger geregelten Arbeitsalltag herausgerissen, als sie die Nachricht vom Tod ihres Jugendfreundes Billy erreicht. Die verbleibenden Drei der einstigen Clique entschließen sich, gemeinsam in die Wildnis aufzubrechen, um nach einem sagenumwobenen Schatz zu suchen, der sie schon vor zehn Jahren faszinierte und zu dem Billy im Laufe der Jahre einen ziemlich guten Lageplan erstellt hat. Auf dem Trip machen die Freunde Bekanntschaft mit einem ungewöhnlichen Grizzlybären, mit reißenden Stromschnellen, Wasserfällen und einem überaus feindseligen Hillbilly-Paar mit eigener Hanfplantage.
Sicherlich: Steven Brills Film ist kein Geniestreich geworden. Dafür sind die wirklich gelungenen Ideen und Gags zu dünn gesät und die Aussage schon zu häufig in ähnlichen Filmen artikuliert worden. Aber der Nostalgie-Faktor treibt die Geschichte ohne größere Längen voran. In der Handlung wird weitgehend auf den üblichen Rabatzklamauk verzichtet, was sich ebenfalls positiv bemerkbar macht, aber so manche Szene wirkt in ihrer Konzeption seltsam unentschlossen. Will uns Brill mit den ungehemmt mit Maschinengewehren um sich ballernden Hillbillies eine Parodie auf maßlos übertreibende Hollywoodkost liefern, wie es einige ironische Brechungen nahe legen, oder erliegt er mitunter doch selbst der Versuchung, sinnlose Gewaltakte plakativ vorzuführen?
Immerhin hat er Burt Reynolds für einen netten kleinen Gastauftritt gewinnen können, und hat dabei auf gelungene Weise verstanden, eine Brücke zu dessen zum Klassiker gewordenen Actionreißer Beim Sterben ist jeder der Erste herzustellen. FB USA 2004 (Without a Paddle) Regie: Steven Brill. Mit: Seth Green, Matthew Lillard, Dax Shepard, Ethan Suplee, Abraham Benrubi, Burt Reynolds. 99 Min.
Pro7, Samstag, 17. November 2007, 20.15 Uhr
> Weitere Informationen zum Film (Pro7)
|