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Shaun of the Dead


In den 70er Jahren überschwemmte eine Flut von Zombie-Filmen die Kinos in der ganzen Welt. Was vordergründig meist wie eine exzessive Verherrlichung von Gewalt kombiniert mit einem splatterhaften Umgang mit Kunstblut daherkam, implizierte nicht selten auch eine verschleierte Gesellschaftskritik.

George A. Romeros Meisterwerk Dawn of the Dead, der unter dem schlichten Titel Zombie hierzulande in den Kinos lief und vor einigen Jahren neu verfilmt wurde, ist eine gelungene Kritik am Konsumverhalten der Gesellschaft in den 70er Jahren, nicht zuletzt, weil eine riesige Shopping-Mall zum Dreh- und Angelpunkt des Films und für die letzten Überlebenden zur scheinbar unausweichlichen Falle wird.

2004 bekamen wir es wieder mit einer Flut an Zombie-Filmen zu tun. Beiträge wie das Romero-Remake oder der Danny-Boyle-Grusler 28 Days Later funktionieren auch heute wieder erstaunlich gut, doch es musste wohl erst ein Komödienregisseur wie Edgar Wright daherkommen und eine Persiflage wie Shaun of the Dead drehen, bevor auch heute wieder Zivilisationskritik ins Untoten-Genre einfließen konnte.

Shaun führt das unspektakuläre Leben eines kleinen Versagers, der im ungeliebten Beruf nicht ernst genommen wird und nach einem neuerlichen Faux Pas nun wohl endgültig seine Freundin verloren zu haben scheint. Sein Kumpel Ed, mit dem er zusammen wohnt, ist ein noch größerer Loser und hoffnungsloser Couch Potatoe. Eines Tages bricht eine Seuche über London herein, die im Nullkommanichts harmlose Bürger in gefräßige Zombies verwandelt und Shaun zwingt, im Angesicht der Gefahr zum Helden zu werden.

Edgar Wrights (Channel-4-Serie „Spaced”) Profiregiedebüt nimmt sich seine Zeit, um die Charaktere und deren stupiden Alltag einzuführen, damit das Aufbrechen der Normalität später umso besser funktionieren kann und den Nährboden für einige exzellente Gags liefert. Mit einem gewitzten Schnitt im Stile von Guy Ritchies Snatch. verkürzt er diese Einführungssequenzen auf originelle Weise. Wenn Shaun schließlich seine morgendliche Routine abspult, fällt es ihm zunächst überhaupt nicht auf, dass sämtliche seiner Mitmenschen bereits zu Zombies mutiert sind – der Unterschied zu früher ist minimal. Je weiter die Handlung fortschreitet, desto brutaler werden die Szenen, Splatterfans werden ihre wahre Freude haben.

Leider leidet unter dem verstärkten Kunstbluteinsatz auch ein wenig der Einsatz der Gags, gegen Ende machen sich gar ein paar Längen bemerkbar. Nichtsdestotrotz verbirgt sich hinter Wrights Film eine gelungene Horrorfilmpersiflage mit nicht zu verachtendem Tiefgang, die den deutschen Alternativbeitrag zum Genre, Matthias Dinters Die Nacht der lebenden Loser, mit Leichtigkeit in seine Grenzen verweist. FB

GB 2004. Regie: Edgar Wright. Mit: Simon Pegg, Kate Ashfield, Nick Frost, Lucy Davis, Dylan Moran, Penelope Wilton, Bill Nighy. 96 Min.

RTL, Samstag, 28. Juli 2007, 22.25 Uhr

 

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