Ralph Walker ist Schüler der neunten Klasse einer kirchlich geführten Schule. Als seine Mutter, die einzige Bezugsperson für Ralph, ins Koma fällt, droht ihm eine Abschiebung ins Waisenhaus.
Die Krankenschwester erklärt Ralph, dass nur ein Wunder seine Mutter wieder aus dem Koma erwecken könnte. Und Ralphs Pater bestätigt ihm, dass nicht nur Heilige Wunder vollbringen können. Der Gedankenkreis schließt sich, als Ralphs Sportlehrer auf einen Scherz erwidert, es wäre schon ein Wunder, wenn der schmächtige Junge den angesehenen Marathonlauf in Boston gewinnen würde. Von da an weiß der Junge, was er zu tun hat.
Der im Kanada der 50er Jahre angesiedelte Film rekonstruiert das spartanische Leben jener Zeit und zeichnet dabei ein gelungenes Bild des kirchlichen Erziehungssystems und der Lebensumstände der ärmlichen Leute. Sein Hauptaugenmerk richtet er jedoch durchweg auf seinen halbwüchsigen Protagonisten, der beseelt von einer gutherzigen Idee und einem eisernen Willen über sich hinaus wächst und seine Zweifler eines Besseren belehrt. Zusammen mit Pater Hibbert, der früher selbst Langstreckenläufer war, beginnt Ralph ein Kräfte zehrendes Fitnesstraining, das ihm schließlich nicht nur die Teilnahme an dem sportlichen Großevent ermöglicht, sondern auch seinen Sieg in greifbare Nähe rückt.
In Zwischentiteln dokumentiert McGowan das Fortschreiten der Zeit anhand von griffig ausgewählten Schutzpatronen für die jeweiligen Tage, die die Ereignisse auf eine subversive Weise kommentieren. Dabei geht dem Regisseur der Respekt vor dem Glauben keineswegs verloren. Stattdessen weiß er überholte Denkweisen der kirchlichen Vertreter mit spielerischer Leichtigkeit zu brechen, ohne die dahinter steckenden Grundsätze zu verraten. Thomas Steffens CND 2004 (Saint Ralph) Regie und Buch: Michael McGowan. Mit: Adam Butcher, Campbell Scott, Gordon Pinsent, Jennifer Tilly, Shauna MacDonald, Tamara Hope. 98 Min.
Sat1, Samstag, 22. März 2008, 11.00 Uhr
> Programminformation (Sat1)
|
|