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Per Anhalter durch die Galaxis


Schade, dass Douglas Adams das nicht mehr erleben konnte! Der Kultbuchautor, der noch voller neuer, skurriler Ideen steckte, verstarb im Mai 2001 im Alter von gerade mal 49 Jahren, als er mit den Produktionsvorbereitungen zur Verfilmung seines bekanntesten Romans beschäftigt war.

Vier Jahre später stellte uns Garth Jennings, ein gefeierter Videoclip- und Werbespotregisseur, seine Version der Science-Fiction-Satire vor, die den Geist ihres Schöpfers auch in den Szenen transportiert, die extra für die Filmversion hinzugedichtet wurden. Hartgesottene Fans des Buches brauchen also nicht die geringsten Befürchtungen zu haben, dass der Zauber der Vorlage hier zu Grabe getragen wird. Im Gegenteil: Sie können sich entspannt zurücklehnen und in eine meisterhaft gestaltete Welt eintauchen, die man vor knapp 30 Jahren in dieser Form wohl wirklich nur in der eigenen Vorstellungskraft Gestalt annehmen lassen konnte.

Arthur Dent hat das Glück, den richtigen Mann zum Freund zu haben. Denn Ford Perfect kommt glücklicherweise aus einer anderen Galaxis und erkennt gerade noch rechtzeitig, dass die Erde den Plänen einer intergalaktischen Umgehungsstraße zum Opfer fallen wird. Zusammen mit Arthur begibt er sich buchstäblich in der letzten Sekunde vor dem globalen Super-GAU per Anhalter auf die Reise durchs All, in deren Verlauf die beiden auf allerlei seltsame Lebensformen stoßen und die Antwort auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest finden werden.

Der Humor von Douglas Adams’ Buch ist durch und durch britisch. Er ist dem gleichen Dunstkreis des studentischen Zynismus entsprungen, der auch die Comedy-Truppe Monty Python hervorbrachte. Die Parallelen sind mannigfaltig, und auch diese neue Filmversion (in den 80er Jahren machte man sich bei der BBC an eine kultig-trashige Miniserie, die auf den ersten beiden Bänden des Anhalter-Zyklus’ basierte) ist dieser subversiven Komik verhaftet. Dennoch passt dieser Film erstaunlich gut in die aktuelle Kinoszene.

Zuschauer, denen der Name Monty Python höchstens aus den schwelgerischen Erinnerungen ihrer Eltern ein Begriff ist, werden mit dem zeit- wie respektlosen Ulk auch heute noch ihren Spaß haben. Die digitale Tricktechnik ist mittlerweile auf einem Stand, auf dem man klobige vogonische Raumschiffe oder die Auswirkungen der Unwahrscheinlichkeits-Geschwindigkeit visualisieren kann, ohne sich lächerlich zu machen.

Trotzdem ist Garth Jennings nicht dem Rausch der Pixel-Künstler erlegen, und hat für seine Vision des Adams-Stückes großen Wert auf handgemachte Kulissen und Kreaturen gelegt. Mit Hilfe der Experten von Jim Henson’s Creature Shop und dem vorzüglichen Production Design von Joel Collins reiht sich sein Film somit nahtlos in tiefgründige und liebevoll gestaltete Genreklassiker wie Terry Gilliams 'Time Bandits' ein und hat seinen Platz in der Filmgeschichte heute schon sicher. Bei einem solch kreativen, kurzweiligen und schlichtweg atemberaubenden Vergnügen bleibt nur noch Eines zu sagen: Wir sehen uns wieder im „Restaurant am Ende des Universums”! Frank Brenner

USA/GB 2005 (The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy) Regie: Garth Jennings. Mit: Sam Rockwell, Mos Def, Zooey Deschanel, Martin Freeman, Bill Nighy, John Malkovich. 110 Min.

Pro7, Sonntag, 16. März 2008, 20.15 Uhr

 

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