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Mondscheinkinder


Den meisten dürfte die Lichtallergie mit dem Selbstmord der ehemaligen Kanzlergattin Hannelore Kohl ein Begriff geworden sein. Da sie den tagtäglichen Restriktionen, die mit einem Leben fernab des Sonnenlichts verbunden sind, nicht mehr standhalten konnte, wählte sie 2001 den Freitod.

Manuela Stacke erzählt in ihrem Film Mondscheinkinder von einem kleinen Jungen, der schon seit Geburt die Sonne meiden muss, die Tage in der abgedunkelten Wohnung verbringt und erst nach Sonnenuntergang auf den Spielplatz darf, wenn dieser ein verwaister Ort ist.

Als er dann im letzten Drittel des Films doch mal einen Alleingang im Tageslicht wagt, ist er komplett verhüllt – in einen dicken Mantel, Stiefel und einen Motorradhelm. Der Vergleich mit einem Astronauten liegt nahe, und genau das will der fünfjährige Paul auch einmal werden. Da die allein erziehende Mutter berufstätig ist, fällt der älteren Schwester Lisa immer wieder die Aufsichtspflicht zu, was ihr nicht allzu viel Zeit für die eigene Pubertät lässt.

Stacke zielt in ihrer Inszenierung in erster Linie auf das halbwüchsige Publikum ab, denn ihre Geschichte um Krankheit, Tod, Verantwortung und Erwachsenwerden ist so erzählt, dass ihr auch Grundschulkinder problemlos folgen können. Als Erwachsener ist man dabei ständig hin- und hergerissen, denn einige Szenen sind in ihrer spielerischen Art, dem Tod zu begegnen, poetisch-schön geworden, in anderen Momenten wirkt der Film wie mit dem Holzhammer gezimmert. Auch die kindlichen Hauptdarsteller sind mal glaubwürdig und charmant, dann wieder hölzern und unbedarft. So manche Sequenz erhält dadurch dann noch zusätzlich den Anstrich der Konstruiertheit und Unausgegorenheit. Wenn man über derlei dramaturgische Mankos hinwegsehen kann, bietet der Film jedoch akzeptable Unterhaltung. Thomas Steffens

D 2006. Regie: Manuela Stacke. Buch: Katrin Milhahn. Mit: Leonie Krahl, Lucas Hardt, Lucas Calmus, Renate Krößner, Walter Kreye, Leonore von Stürler, Pia Micaela Barucki. 87 Min.

ARD, Freitag, 21. März 2008, 14.10 Uhr

 

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