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Madagascar


Was werden die Eltern in Verlegenheit geraten, wenn sie das nächste Mal nach diesem Film mit ihren Sprösslingen einen Tag im Zoo einplanen.

Schließlich sollte den Kleinen spätestens nach 'Madagascar' klar sein, dass dies keinesfalls die natürliche Umgebung für wilde Tiere ist und sich diese dort wohl ziemlich unwohl fühlen müssen. Also besser keine Zoo-Besuche mehr nach 'Madagascar'. Denn hier haben vier chaotische Pinguine endgültig die Schnauze voll von der Gefangenschaft und buddeln sich einen unterirdischen Gang in die Freiheit. Als das Zebra Marty von diesem verwegenen Plan erfährt, ist es auch sofort Feuer und Flamme. Kurz nach den Feierlichkeiten zu Martys zehntem Geburtstag können ihn seine drei besten Freunde, der Löwe Alex, die Nilpferddame Gloria und die hypochondrische Giraffe Melman nicht mehr in seinem Gehege entdecken. Sie machen sich auf die Suche und landen schließlich zusammen mit den Pinguinen auf einem Schiff Richtung Afrika. Als einige Kisten über Bord gehen, werden die Freunde in Madagaskar an Land geschwemmt und müssen sich nun in der freien Wildbahn zu Recht finden, von der sie bislang nicht die geringste Ahnung hatten.

Hinter den computeranimierten Zoobewohnern auf Safari stecken einmal mehr die Kreativköpfe der DreamWorks Animation, die mit 'Shrek' und 'Grosse Haie, kleine Fische' für satte Einspielergebnisse sorgten. Auch hier wird das kindliche Zielpublikum erwartungsgemäß in Lachstürme ausbrechen, denn mit all den witzigen Viechern und ihrem albernen Gehabe kann eigentlich kaum ein Auge trocken bleiben. Selbst den subversiven Humor, der schon in 'Shrek' aufhorchen ließ, findet man auch hier wieder, wenn niedliche kleine Tierchen das Zeitliche segnen müssen, um die Prinzipien der Nahrungskette zu verdeutlichen.

Trotzdem lässt sich nicht verbergen, dass zwischen dem ganzen Tohuwabohu auch einige Längen entstehen und die erwachsenen Begleiter deutlich länger auf tiefgründige Anspielungen warten müssen, als dies bei den Pixar-Produktionen ('Findet Nemo') der Fall ist. Man versucht es auch hier wacker, in einer besonders schönen Szene sieht man zu den Klängen von Thomas Newman aus American Beauty Steaks anstelle von Rosen vom Himmel fallen. Doch diese Momente sind dünn gesät und machen überdeutlich, dass mit diesem Film erstmals primär ein halbwüchsiges Publikum anvisiert wurde. Für die allerdings kann sich der Spaß sehen lassen, was doch immerhin auch schon positiv zu Buche schlägt. Frank Brenner

USA 2005. Regie: Eric Darnell, Tom McGrath. Sprecher: Jan Josef Liefers, Rick Kavanian, Bastian Pastewka, Claudia Urbschat-Mingues, Stefan Gossler, Roland Hemmo. 90 Min.

Pro7, Sonntag, 23. März 2008, 20.15 Uhr

 

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