Der Inhalt dieses Stephen-Chow-Films ist schnell zusammengefasst. Im Shanghai der 40er Jahre regiert die gefürchtete Axt-Gang, die alles und jeden zu Kleinholz verarbeitet, der sich ihr entgegenstellt.
In der Residenz Schweinestall, einem Wohnblock der Ärmsten der Armen, die unter der erbarmungslosen Knute ihres Vermieters und dessen ebenso gnadenloser Frau stehen, kommt es durch ein Missverständnis zu Widerstand, der sich in etlichen, ausufernd zelebrierten Kampfszenen zwischen der Axt-Gang und den gar nicht mal so kampfunerfahrenen Bewohnern des Schweinestalls entladen wird.
Jackie Chan war gestern, das asiatische Actionkino der Gegenwart gehört eindeutig Stephen Chow. Da Chan, der Altmeister der Haudraufkomik, mittlerweile versucht, sich ein Kinderpublikum zu erobern (In 80 Tagen um die Welt), macht er international den Weg frei für seinen definitiven Nachfolger Chow. Dieser hat seinerseits schon über fünfzig Filme gedreht, konnte aber erst vor kurzem durch seinen internationalen Kassenknüller Shaolin Kickers weltweit für Aufsehen sorgen.
Mit Kung Fu Hustle, für den er einmal mehr als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller in Personalunion verantwortlich zeichnete, konnte er seinen internationalen Starstatus nachhaltig ausbauen und sich einen neuen Fankreis hinzu rekrutieren.
Sein Film wendet sich ohne großes Brimborium an ein Publikum, das sich an handfester Action, ausgefeilten Special-Effects und einer rasanten Handlung berauschen möchte. Technisch auf dem allerhöchsten Niveau, wird Chow mit seinem tempogeladenen Spaß niemanden enttäuschen. Die dünne Story gibt lediglich das Grundgerüst vor, um immer wieder mit ungewöhnlichen Kampfszenen, überhöht durch den Einsatz makelloser visueller Digitaltricks, den Zuschauer in schadenfrohes Staunen zu versetzen.
Das Figurenensemble ist angenehm gegen den Strich gebürstet, so gibt es in der Residenz Schweinestall Superhelden, die auf den ersten Blick eben nur kriecherische Donut-Bäcker, schwule Schneidermeister oder kettenrauchende Vermieterinnen sind. Mit Hilfe dieser comichaft überzeichneten Typen, die wie die Faust aufs Auge in seinen grell-überzogenen Inszenierungsstil passen, gelingt es Stephen Chow auch immer wieder spielerisch, Genreparodien (auf Western, Eastern, Krimis, Musicals oder Dramen) einfließen zu lassen, die die pausenlose Kampfaction ebenfalls komisch aufzubrechen verstehen.
Kung Fu Hustle ist ein Film, der nicht nur Kinder und Jugendliche begeistern kann, wenn man sich ein unbeschwertes Gemüt bewahrt hat und an comichaften Brutalitäten im Stile von „Asterix und Obelix” seinen Spaß hat. FB CHN/HGKG 2004 (Gong fu) Regie: Stephen Chow. Mit: Stephen Chow, Yuen Wah, Leung Siu Lung, Dong Zhi Hua, Chiu Chi Ling, Yuen Qiu. 99 Min.
Pro7, Freitag, 30. November 2007, 20.15 Uhr
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