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Die Geisha


Der Roman von Arthur Golden, der diesem aufwändig inszenierten Historiendrama seine herzerweichende Vorlage lieferte, stand geschlagene zwei Jahre lang auf der Bestsellerliste der „New York Times“ und hat seinen Siegeszug mittlerweile, in zweiunddreißig Sprachen übersetzt, um den ganzen Globus fortgesetzt.

Wenn ein Filmemacher wie Steven Spielberg als ausführender Produzent fungiert und einer der gefeiertsten Newcomer der Filmszene, der mit Chicago reüssierte Rob Marshall, auf dem Regiestuhl sitzt, kann man mit einem breitenwirksamen Publikumserfolg auch auf der Leinwand rechnen. Aber offensichtlich nicht zwangsläufig auch mit einem guten Film.

Chiyo muss zusammen mit ihrer älteren Schwester schon als Kind ihr Elternhaus verlassen. Man verkauft die beiden getrennt voneinander, Chiyo landet als Hausmädchen in einem Geisha-Haus. Nachdem die Kleine sich unsterblich in einen galanten Vorsitzenden verliebt, setzt sie alles daran, selbst eine Geisha zu werden und das Herz des unnahbaren Wohltäters zu erobern. In geschlagenen 145 Minuten entspinnt Rob Marshall diesen perfekt gefilmten, in erlesenen Dekors und wunderschönen Kostümen schwelgenden Edelkitsch, dessen größtes Problem die Unzugänglichkeit seiner zentralen Figuren ist. Weder Chiyo, noch die zur Geisha gereifte und in Sayuri umbenannte erwachsene Version des Mädchens kann den Zuschauer wirklich zu Herzen rühren. Die Liebesgeschichte bleibt Vorwand, der sich am Ende ziemlich unvermittelt und aufgesetzt Bahn brechen wird.

Das Potenzial zum Kassenschlager hat der bunte und prominent besetzte Film ohne Frage, aber außer den Fans der Romanvorlage werden sich sicherlich nur ausgesprochene Romantiker oder Asienfreunde von der 'Geisha' unterhalten fühlen. Dass man die zentrale Rolle der japanischen Figur mit der Chinesin Zhang Ziyi besetzte, stößt darüber hinaus bei den Asiaten auf berechtigtes Unverständnis. Thomas Steffens

USA 2005 (Memoirs of a Geisha) Regie: Rob Marshall. Mit: Zhang Ziyi, Ken Watanabe, Michelle Yeoh, Koji Yakusho, Gong Li, Youki Kudoh, Tsai Chin, Mako. 145 Min.

Pro7, Sonntag, 25. Mai 2008, 20.15 Uhr