Viele der heutigen Filmfans dürften noch nicht einmal mehr wissen, wer James Stewart war.
Angesichts dieser Tatsache scheint das Remake des Abenteuerfilmklassikers Der Flug des Phoenix aus dem Jahr 1965, in dem James Stewart den Piloten Frank Towns spielte, vielleicht sogar noch gerechtfertigt. Wesentlich mehr Gründe für diese Neuverfilmung lassen sich wohl kaum finden. Die Figurenkonstellation ist zwar eine andere, so hat man dieses Mal u.a. eine Frau und zwei Afroamerikaner mit an Bord genommen, das grobe Handlungsgerüst ist indes kaum modifiziert worden.
Beim Flug mit einer zweimotorigen Transportmaschine führt ein Sandsturm zu einer halsbrecherischen Notlandung inmitten der endlosen Wüste Gobi. Das knappe Dutzend Passagiere kann nicht darauf hoffen, dass es zwischen den Sanddünen entdeckt wird, bevor sein Wasservorrat zur Neige gegangen ist. Deswegen beschließen die Überlebenden, aus den Wrackteilen des Flugzeugs und dem verbliebenen, noch funktionsfähigen Motor wieder ein neues Flugzeug zu bauen, mit dem sie dem sicheren Tod entgehen können.
Das Team wird erneut vom bärbeißigen Frank Towns angeführt, den dieses Mal Dennis Quaid spielen darf, eine Rolle, in die er im Laufe der Jahre nun wirklich hineingewachsen ist. Der einstige Filmsonnyboy, der zwar noch immer in erstaunlich guter körperlicher Form ist, hat mittlerweile die Reife erlangt, die eine solche Rolle in den Fußstapfen eines James Stewart erfordert. Auch die Figur des Flugzeugarchitekten, die im Original der Deutsche Hardy Krüger übernahm, ist problemlos wieder zu erkennen. Giovanni Ribisi ist zwar im Film amerikanischer Nationalität, aber seine blondierten Haare verweisen unverkennbar auf sein filmisches Vorbild.
Mit dem aktuellen Stand der computeranimierten Tricktechnik konnte man nun den Crash in den Wüstendünen mit viel Bombast und Surround-Klängen körperlich spürbar machen. Erfreulich ist, dass Computeranimationen hier nicht bedenkenlos eingesetzt wurden, dass es noch immer real existierende Kulissen gibt, die tatsächlich in der Wüste angesiedelt waren, und der Film dadurch auf weite Strecken eine Echtheit und Bodenständigkeit ausstrahlt, die vielen aktuellen Hollywood-Blockbustern mittlerweile abhanden gekommen ist.
Dadurch entsteht eine Nähe zum Originalfilm der 60er Jahre, die eine Neuverfilmung indes noch unsinniger erscheinen lässt. So unterhaltsam und kurzweilig der Film auch sein mag, im Laufe der Jahre wird er keine Chance haben, gegen die Qualitäten der Erstverfilmung zu bestehen. Denn wer wird in zehn Jahren wohl noch Tyrese Gibson und Miranda Otto kennen? FB USA 2004 (Flight of the Phoenix) Regie: John Moore. Mit: Dennis Quaid, Tyrese Gibson, Giovanni Ribisi, Miranda Otto, Hugh Laurie, Kirk Jones. 113 Min.
RTL, Mittwoch, 26. Dezember 2007, 20.15 Uhr
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