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FC Venus - Frauen am Ball


Je näher die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland rückte, desto mehr verfiel die Nation in Ekstase um den schwarz-weißen Ball.

Das machte sich auch zunehmend im Kino bemerkbar, wo im Zuge des Erfolges von Das Wunder von Bern und mit der immer greifbarer gewordenen WM im eigenen Lande mehr Fußballfilme über die Leinwand flimmerten als in der gesamten vorangegangenen deutschen Filmgeschichte zusammen genommen. Nach dem dritten Teil der Wilden Kerle-Reihe und der erfrischend Anderen Liga ist es nun abermals der Film einer Regisseurin, der die Zweifel zerstreut, man könne diesen Sport nicht auch für ein weibliches Publikum ansprechend in Szene setzen.

Anna und Pauls Beziehung leidet darunter, dass er ausgesprochener Fußballfan ist, während sie die Existenz des Kickersports am liebsten leugnen würde. Als Anna erfährt, dass Paul nur deswegen mit ihr in sein Heimatdorf zurückgezogen ist, um seinen in Bedrängnis geratenen Fußballverein zu unterstützen, stellt sie mit Hilfe der vernachlässigten Spielerfrauen eine Mannschaft auf, mit der sie dem drittklassigen Männerverein einmal zeigen will, was eine Harke ist.

Auch wenn man eine vergleichbare Ausgangskonstellation bereits in Sherry Hormanns Männer wie wir gesehen hat – dort musste eine Schwulenmannschaft auf dem Feld ihre Männlichkeit unter Beweis stellen –, funktioniert Ute Wielands Emanzipationsgeschichte ausgesprochen gut. Die Gags sind auf weite Strecken sogar um einiges liebenswerter und gelungener als in Hormanns Brachial- und Stereotypenkomödie, und das, obwohl auch in FC Venus schwule Fußballer auftauchen und Klischees bedient werden.

Ute Wieland findet in ihrer Inszenierung zu einer ausgewogenen Mischung aus Geschlechterkampfszenarien, gehobeneren Stammtischwitzeleien und spannungsreichem sportlichem Wettstreit. FB

D 2006. Regie: Ute Wieland. Buch: Jan Berger. Mit: Nora Tschirner, Christian Ulmen, Florian Lukas, Anneke Kim Sarnau, Heinz Hoenig, Andreas Pietschmann, Steffen Groth. 100 Min.

SAT1, Dienstag, 15. Januar 2008, 20.15 Uhr

 

> Weitere Informationen zum Film (SAT1)