Eingerahmt von der berühmten Trevi-Brunnen-Szene aus Fellinis 'Das süße Leben' und mit der leitmotivischen Unterstützung durch den in Argentinien wie in Spanien äußerst bekannten Song Joan Manuel Serrats mit dem „carpe diem“-Thema („Heute kann ein großartiger Tag werden“) erzählt Marcos Carnevale eine Liebesgeschichte zwischen zwei grundverschiedenen Menschen um die 80 Jahre.
„Das bin ich“, antwortet Elsa (China Zorrilla) auf Freds (Manuel Alexandre) Frage, wer das auf dem, aus oben erwähnter Filmszene entnommenen, Bild sei. „Na ja, vor 50 Jahren sah ich Anita Ekberg wirklich sehr ähnlich“.
Ob dies nur ein Scherz oder eher ein Anzeichen dafür ist, dass es Elsa mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, hätte sich Fred fragen können, als er die Dame aus der gegenüber liegenden Wohnung im noblen Haus kennen lernte. Wahrscheinlich war er aber zu sehr mit sich selbst beschäftigt: der Hypochonder war gerade seit sieben Monaten verwitwet.
Obwohl sich die unternehmungslustige, quirlige Elsa dem ordentlichen, „vornehmen Herrn“ geradezu aufdrängt, lässt er sich von ihrer Lebenslust gern anstecken. Eines haben sie auf jeden Fall gemeinsam: sie wollen sich auf gar keinen Fall mehr von ihren jeweiligen erwachsenen Kindern herum kommandieren lassen.
'Elsa & Fred' lebt von einer Regie, die sich mit ganz wenigen Ausnahmen zurücknimmt, damit zwei außergewöhnliche Darsteller ihre ganze Schauspielerfahrung auf die Waagschale werfen können, von pointierten Dialogen und von einer wunderbar altmodischen, melancholischen und dennoch beschwingten Musik. Ein Film über Menschen, die sich bis ins hohe Alter ihre Träume bewahrt haben. Nicht umsonst wählte Regisseur Carnevale als Motto für Elsa & Fred Picassos Spruch „Man braucht sehr lange, um jung zu werden“.
José García
ARG/E 2005 (Elsa y Fred) Regie und Buch: Marcos Carnevale. Buch: Lily Ann Martin, Marcela Guerty. Mit: Manuel Alexandre, China Zorrilla, Blanca Portillo, Roberto Carnaghi, José Ángel Egido, Gonzalo Urtizberea, Omar Muñoz. 108 Min.
ARD, Sontag, 20. April 2008, 0.00 Uhr
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