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Ein Lied für Argyris


Zu Beginn steht das Zitat Nikos Kazantzakis, in dem es heißt, wir kämen aus einem dunklen Abgrund und in einem solchen würden wir auch enden.

Der helle Raum zwischen diesen Abgründen, sagt Kazantzakis, sei das Leben. Argyris Sfountouris war noch keine vier Jahre alt, als am 10. Juni 1944 eine SS-Division in sein Dorf eindrang. 218 Menschen wurden getötet. Männer, Frauen, Greise, Kinder. Der dunkle Abgrund, inmitten des hellen Lebens.

Ein Lied für Argyris erzählt davon, wie man weiterleben kann nach einem Blick in diesen Abgrund. Sechzig Jahre nach dem Massaker legt Argyris, der Überlebende, Zeugnis vor der Kamera ab. Er tut dies leise, unaufdringlich. Manchmal fast heiter. Der Film gleicht sich diesem Ton an. Und gerade in dieser Leichte und Zurückgenommenheit offenbart sich jene Kraft, die es, im Anblick des Grauens, vermag, Kazantzakis Recht zu geben. Trotz alledem – und vielleicht wider besseren Wissens. SG

CH 2006. Regie und Buch: Stefan Haupt. Mit: Argyris Sfountouris, Chryssoula Tzatha Sfountouri, Astero Liaskou Sfountouri, Pater Charalambos Giagkou. (O.m.U.) 105 Min.

3sat, Samstag, 3. Februar 2008, 21.15 Uhr