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Dark Horse


Sein zweiter Spielfilm, Nói Albinói, bescherte Dagur Kári 2003 den internationalen Durchbruch.

Seine lakonische Geschichte eines jungen Mannes, der nicht in die Welt passt, in der er lebt – ein eisiges, abgelegenes Nest im tiefsten Island – brachte dem Filmemacher fast zwanzig Filmpreise auf internationalen Festivals ein.

Auf den ersten Blick hat er mit Dark Horse, der in Dänemark angesiedelt ist, einen ganz anderen Film gedreht. Doch bei genauerem Hinschauen lassen sich doch jede Menge inhaltliche und stilistische Gemeinsamkeiten feststellen. Auch Daniel, sein neuer Protagonist (Jakob Cedergren aus Stealing Rembrandt), ist ein notorischer Einzelgänger, der den Anforderungen des zivilisierten Lebens nicht gewachsen scheint. Als Graffiti-Künstler für Liebende verdient er sich ein paar Kronen, doch mit dem Finanzamt steht er ebenso auf dem Kriegsfuß wie mit seinem Vermieter oder seinem desinteressierten Vater.

Sein bester Freund Roger, besser bekannt unter dem Spitznamen Opa, und Daniel verlieben sich dummerweise gleichzeitig in die unkonventionelle Bäckereiverkäuferin Francesca, was die Freundschaft der beiden auf die Probe stellt und den beiden jungen Männern eine neue Art von Verantwortung fürs Leben lehrt.

In wenigen Worten kann man die Atmosphäre von Dagur Káris Film gar nicht angemessen beschreiben. Durch seinen Einsatz von schwarz-weißem Filmmaterial gelingt es dem isländischen Regisseur abermals, seinem Werk einen etwas tristen, ungewöhnlichen Look zu verleihen. Seine beiden mit spitzer Feder gezeichneten Protagonisten Daniel und Opa tragen mit ihren skurrilen Lebenseinstellungen und ihrer ungewöhnlichen Sicht der Dinge zum großen Unterhaltungswert von Dark Horse bei. Wenn sich schließlich auf halber Strecke deren Wege mit einem Untersuchungsrichter kreuzen, wird dessen weiteres Schicksal ebenfalls als Parallelhandlung weitererzählt.

Diese Entscheidung will leider nicht so recht ins Gesamtkonzept passen und verschenkt auch ein wenig von der formalen Geschlossenheit des Films. Aber auch davon abgesehen lassen sich ohnehin nicht alle Szenen und Momente in Dark Horse mit Logik und klarem Menschenverstand erschließen. Ein herrlich surrealistischer Augenblick ereignet sich, als bei einem Treffen von Daniel und Francesca im Café hinter der Glasfront unvermittelt drei Elefanten vorbeiziehen. Diese Art der trockenen, nordisch-unterkülten Filmkomödie erfährt momentan einen gewaltigen Popularitätsschub, und Liebhaber von Filmen wie Kops, Stealing Rembrandt oder Alt, neu, geliehen und blau werden hier sicherlich ebenfalls auf ihre Kosten kommen. TS

DK/ISL 2005 (Voksne mennesker) Regie: Dagur Kári. Mit: Jakob Cedergren, Tilly Scott Pedersen, Nicolas Bro, Morten Suurballe, Nicolai Kopernikus, Bodil Jørgensen. 106 Min.

ZDF, Montag, 10. Dezember 2007, 0.35 Uhr

 

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