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Collateral


Im Zuge seines Imagewandels hatte sich Tom Cruise 2004 dazu entschlossen, unter der Federführung Michael Manns erstmals einen Fiesling zu verkörpern.

Die Bezeichnung „Fiesling” ist indes noch ganz schön tiefgestapelt, immerhin ist sein Vincent in Collateral ein Auftragskiller, der sich seit etlichen Jahren seine Miete damit finanziert, für dubiose Geschäftsleute unliebsame Gegenspieler aus dem Weg zu räumen.

Vincent hat sich als Fortbewegungsmittel in Los Angeles ein Taxi genommen. Der Fahrer Max ist dazu auserkoren, Vincent in einer Nacht von einem Opfer zum nächsten zu fahren. Als direkt beim ersten Mord etwas schief läuft, ist der sympathische Taxifahrer schon gleich zu Beginn im Bilde über die haarsträubende Tätigkeit Vincents, ein Entkommen scheint jedoch aussichtslos, da Vincent natürlich nicht im Geringsten daran interessiert ist, seinen Mitwisser laufen zu lassen. Eine blutige Reise durch die Nacht nimmt ihren Lauf…

Michael Mann hat mit seinen Arbeiten in den 80er Jahren den Look des Krimis nachhaltig verändert. Auch in seinen neueren Filmen wie Heat oder The Insider hat er noch immer großen Wert auf eine eigenständige, markante Atmosphäre gelegt und als origineller Mainstreamregisseur zu überzeugen gewusst.

Die Stimmung in Collateral wirkt nun leider ein wenig manieristisch und aus etlichen anderen düster-schummrigen Nachtfilmen zusammengeklaubt. Dennoch gelingt es Mann, Cruise als kaltblütigen Killer mit grau meliertem Haar überzeugend wirken zu lassen. Die Story mag gewöhnungsbedürftig sein, und vor allem im letzten Drittel schleichen sich fast unverzeihliche Unwahrscheinlichkeiten ein, die den Unterhaltungswert nachhaltig schmälern. Sieht man jedoch großzügig über diese Aussetzer hinweg, muss man zugeben, dass der Showdown in der Metro durchaus seine Qualitäten hat und auf gekonnte Weise an den Nerven der Zuschauer zerrt. Der Film möchte zwar gerne mehr sein, als er ist, für eine Hollywoodgroßproduktion ist er aber trotzdem unterhaltsam genug. FB

USA 2004. Regie: Michael Mann. Mit: Tom Cruise, Jamie Foxx, Jada Pinkett Smith, Mark Ruffalo, Peter Berg, Bruce McGill, Javier Bardem. 120 Min.

Pro7, Sonntag, 20. Mai 2007, 20.15 Uhr

 

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