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Beyond the Sea – Musik war sein Leben


Kevin Spacey, der zweifache Oscar-Preisträger, hegte schon seit Jahrzehnten eine ungebrochene Liebe zum Swing, insbesondere zu den Melodien, die Bobby Darin einst bekannt machten.

Nach über zehnjährigen Anstrengungen ist es Spacey dann mit Hilfe deutscher Gelder gelungen, ein Biopic über Darins Leben, seinen lang gehegten Traum, zu realisieren. In den Babelsberg-Studios und in und um Berlin drehte er unter eigener Regie, nach selbstverfasstem Drehbuch und mit sich selbst in der Hauptrolle Beyond the Sea, die Lebensgeschichte Bobby Darins.

Darin war in den 30er und 40er Jahren ein äußerst kränkelndes Kind, dem aufgrund rheumatischer Fieberanfälle und chronischer Herzprobleme keine hohe Lebenserwartung beschieden war. Nichtsdestotrotz schaffte er es durch die Kraft der Musik und aufgrund der Talente, mit denen er gesegnet war, das Teenageralter entgegen der Vorhersagen zu überleben und zu einem der schärfsten Konkurrenten Frank Sinatras heranzureifen, der auf der Bühne Erfolge feierte und dessen Schauspielengagements ihm sogar eine Oscar-Nominierung einbrachten. Im Alter von 37 Jahren starb er jedoch während einer Herzoperation.

Ähnlich wie Irwin Winkler in De-Lovely – Die Cole Porter Story erzählt Kevin Spacey auch hier die Lebensgeschichte als eine Art Work-in-Progress. Der Beginn des Biopics scheint nicht so recht zu funktionieren, bis Bobby Darin auf sein kindliches Alter Ego trifft und der Geschichte den vermeintlich besseren Anfang beschert. Die Zwiegespräche des Protagonisten mit seinem früheren Selbst finden sich auch in der Filmbiografie Modigliani wieder, seinerseits eine Herzensangelegenheit des dortigen Hauptdarstellers Andy Garcia. Insofern wird deutlich, dass die Konzeption Spaceys nicht gerade die originellste ist. Aber eines merkt man dem formal perfekt gestalteten Beyond the Sea überdeutlich an, und damit kann er sich wirkungsvoll von ähnlichen Filmen absetzen: Er wurde mit unendlich viel Liebe und Hingabe hergestellt.

Kevin Spacey singt die Darin-Klassiker allesamt selbst und beweist damit eindrucksvoll, dass er nicht nur ein überaus talentierter Schauspieler, sondern eben auch ein brillanter Sänger ist. Die Unterschiede zum echten Darin sind in den gekonnt arrangierten Musikszenen, die den Film in seiner dramatischen Konzeption bestimmen und die Handlung darüber hinaus beschwingt vorantreiben, kaum mehr auszumachen. Beyond the Sea wird ausgesprochene Darin-Fans keinesfalls enttäuschen und lädt Unerfahrene zum Wiederentdecken einer Musiklegende ein. FB

D/GB 2004. Regie: Kevin Spacey. Mit: Kevin Spacey, Kate Bosworth, John Goodman, Bob Hoskins, Greta Scacchi, Caroline Aaron. 114 Min.

DasErste, Sonntag, 13. Januar 2008, 00.00 Uhr

 

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