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Being Julia


Julia Lambert steigt vor Beginn des Zweiten Weltkrieges in London zur beliebtesten Theaterschauspielerin auf, deren Namen allein das Publikum schon in Massen ins West End strömen lässt.

Ihr Ehemann Michael Gosselyn ist der Regisseur ihrer Stücke, dem es mit Hilfe einer reichen Mäzenin gelungen ist, zu diesem Zweck sein eigenes Theater zu führen. Die Ehe zwischen dem Bühnenstar und ihrem körperbewussten Regisseur ist im Laufe der Zeit zu einer puren Zweckgemeinschaft verkommen.

Als Julia der jugendliche amerikanische Verehrer Tom Fennel vorgestellt wird, lässt sich die Diva gerne auf eine Liaison mit dem halb so alten Mann ein. Doch als sich Tom zunehmend für ein aufstrebendes Starlet in seinem Alter zu interessieren beginnt, heckt die impulsive Julia einen teuflischen Plan aus, um sich als Londons beste Schauspielerin zu behaupten und auch privat ihr Gesicht zu wahren.

István Szabó setzt sich in seinem Film mit dem spannenden Themenkomplex Wahrheit und Realität im Theatermilieu auseinander. Wenn die Grenzen zwischen Schein und Sein, zwischen Spielen und Fühlen immer mehr verwischen, entlockt Szabó seiner brillanten Hauptdarstellerin Annette Bening absolute Spitzenleistungen.

Selbst die Zweifel Julias, die in gewissen Momenten selbst nicht mehr erkennt, was denn nun ihre wahren Gefühle sind und was nur gespielt ist, kann die überaus talentierte Bening, die dafür zu Recht mit einer Oscar-Nominierung belohnt wurde (ausgezeichnet wurde schließlich Hilary Swank für Million Dollar Baby), glaubwürdig zum Ausdruck bringen. So schafft es Szabó hier einmal mehr, in erlesenen historischen Dekors zu schwelgen und sein Publikum mit herausragenden Darstellerleistungen zu beglücken. FB

CDN/GB/H 2004. R: István Szabó. Mit: Annette Bening, Jeremy Irons, Bruce Greenwood, Miriam Margolyes, Sir Michael Gambon, Shaun Evans. 105 Min.

ZDF, Sonntag, 18. März 2007, 15.20 Uhr