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Robin Williams im Portrait


Das Jahr 2006 läutet das Comeback des wortgewandten und beliebten Komikers und Schauspielers Robin Williams auf der Leinwand ein. Nach Immer Ärger mit Raymond stehen auch die Armistead-Maupin-Verfilmung The Night Listener und Barry Sonnenfelds neuer Film R.V. bereits in den Startlöchern.

Robin Williams braucht sich und seinem Publikum nichts mehr zu beweisen. Entschied er sich früher noch dazu, seine ernsten Rollen (Zeit des Erwachens, König der Fischer, Good Will Hunting) schon rein optisch durch das Tragen eines Bartes von seinen komödiantischen Filmen (Toys, Jumanji, Flubber) abzugrenzen, muss er sich nunmehr über seine Akzeptanz als vielseitiger und talentierter Schauspieler keine Gedanken mehr machen.

Angefangen hatte seine Karriere in den 70er Jahren, in denen er als Stand-Up-Comedian live vor Publikum bestehen musste, um kurz danach mit der anarchischen Sitcom „Mork vom Ork“ interna-tonal seinen Durchbruch zu erleben. Nach dem Megaflop Popeye, in dem er unter der Regie von Robert Altman 1980 sein Kinodebüt gab, konnte er bereits zwei Jahre später in der John-Irving-Verfilmung Garp und wie er die Welt sah demon strieren, dass weit mehr in ihm steckt. Der Monty-Python-hafte Humor dieses Films traf exakt das Humorverständnis des 1951 in Chicago geborenen Williams.

Im Laufe seiner mittlerweile fast dreißigjährigen Film- und Fernsehkarriere hat er nie einen Hehl aus seinem Faible für die britische Kult-Comedytruppe gemacht. In einem Special zum Monty-Python-Jubiläum 1999 wirkte er ebenso mit wie in Eric Idles fiktiver Musikdokumentation The Rutles II. Unter der Regie Terry Gilliams absolvierte er einen Cameo-Auftritt in Die Abenteuer des Baron Münchhausen und feierte einen seiner größten Triumphe als obdachloser Parry in dem poetischen Erwachsenenmärchen Der König der Fischer. Als gewitzter, dauerquasselnder Radiomoderator Adrian Cronauer hatte Robin Williams bereits 1987 einen gelungenen schauspielerischen Balanceakt zwischen Komödie und Drama hingelegt: Good Morning, Vietnam machte seinen Namen zu einem Begriff.

Im deutschen Sprachraum assoziiert man seit jenem Film mit Robin Williams auch eine Stimme, die seinem Redeschwall und seiner Stimmenvielfalt uneingeschränkt gewachsen ist. Peer Augustinski, der mit seiner Nebenrolle in der deutschen Kultcomedy „Klimbim“ ebenfalls in den 70er Jahren bekannt geworden war, ist seit jenem Film die Standardsynchronstimme des US-Amerikaners. Ob im Club der toten Dichter, als blauer Dschinni im Disney-Zeichentrickfilm Aladdin, als Mrs. Doubtfire oder auch nur in kurzen Gastauftritten wie in der Serie „Friends“ – das deutsche Publikum hörte stets Peer Augustinski, wenn es Robin Williams sah.

Williams ist sich der Bedeutung dieser Tatsache durchaus bewusst. Nachdem er für Good Will Hunting 1998 einen Oscar entgegen nehmen durfte, übersandte er seinem deutschen Kollegen eine Miniaturausgabe des Filmpreises mit den Worten „Danke, dass Sie mich in Deutschland berühmt gemacht haben“. Augustinski hat tragischerweise während der Tournee des Bühnenrevivals „Die Klimbim-Familie lebt“ im vergangenen November einen Schlaganfall erlitten und konnte seitdem nicht wieder vor dem Mikrofon stehen.

Wenn nun in diesem Jahr seit über drei Jahren zum ersten Mal wieder Filme mit Robin Williams in die deutschen Kinos kommen, wird sich das hiesige Publikum nach über dreißig Filmen mit einer neuen Stimme des Schauspielers anfreunden müssen. In Immer Ärger mit Raymond ist Bodo Wolf (Sprecher von René Auberjonois als Odo in „Star Trek – Deep Space Nine“) als Ersatz für den erkrankten Augustinski zu hören. Die weiteren anstehenden Williams-Filme werden erst in den kommenden Wochen synchronisiert. Darunter die spannende Armistead-Maupin-Adaption The Night Listener (deutscher Romantitel „Der nächtliche Lauscher“), in der Williams als schwuler Radiomoderator hinter das Geheimnis seines größten Fans kommen möchte, den er nur vom Telefon kennt.

Barry Sonnenfelds Urlaubskomödie R.V. ist ebenfalls schon abgedreht und auch der Pinguin-Animationsfilm Happy Feet wird von Warner noch in diesem Jahr in Deutschland in die Kinos gebracht. Für Barry Levinson steht Williams derzeit für Man of the Year vor der Kamera, und für Mrs. Doubtfire 2 hat die Planungsphase begonnen. Vielleicht führt ja die wieder steigende Popularität von Robin Williams auch dazu, dass Terry Gilliam seine geplante Terry-Pratchett-Verfilmung Good Omens doch noch finanziert bekommt: er möchte Williams darin nämlich als Engel gegen den von Johnny Depp gespielten Teufel antreten lassen. Und hoffen wir, dass Peer Augustinski bald wieder den Gang ins Synchronstudio antreten kann, um seinen Star mit der gewohnten Stimme auszustatten. FB