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Sienna Guillory im Special


Der Drachen wirft seinen übermächtigen Schatten voraus: Eragon dürfte mit ziemlicher Sicherheit das Ereignis des Kinowinters werden. Dabei hat hierzulande bislang noch niemand mehr als die Trailer gesehen. Heldin des Fantasyspektakels ist die 31jährige Britin Sienna Guillory. Wir sprachen mit ihr über ihre Rolle als Elfenprinzessin Arya.

Die blonde Schönheit wirkt freundlich, aber distanziert und zurückhaltend, als ich sie am Rande der Präsentation zum Eragon-Videospiel auf der Games Convention treffe. Vielleicht ist es die britische Höflichkeit, die hier durchscheint. Vielleicht aber auch einfach die Tatsache, dass wir am Ende eines Tages stehen, den sie im Mittelpunkt der Scheinwerfer und Blitzlichter verbracht hat. Eine Rolle, die ihr sichtlich nicht besonders liegt.

Dabei sind es vor allem starke Frauenrollen, durch die Sienna Guillory zu Weltruhm gelangte. Sei es die Kampfamazone Jill Valentine aus Resident Evil: Apocalypse oder die Rolle der selbstbewussten Elfenprinzessin Arya: die Tage der Nebenrollen als unscheinbares Blondchen, wie in Tatsächlich...Liebe, sind vorbei. Auch auf dem Laufsteg steht sie im Fokus aller, die Schauspielkarriere stand aber immer an erster Stelle.

Bereits mit 16 spielte die Tochter des angesehenen kubanischen Gitarristen Isaac Guillory ihre erste Rolle im britischen Fernsehen und stand mit 18 in der BBC-Miniserie Riders vor der Kamera. Es folgten zahlreiche Fernsehauftritte, neben ihrem Studium an der New World School of the Dramatic Arts und am Pariser Konservatorium, die von begeisterten Kritiken begleitet wurden. Nachdem sie in der weiblichen Hauptrolle neben Guy Pearce in der Neuverfilmung von H.G. Wells’ The Time Machine – Die Zeitmaschine bereits einen ersten Eindruck in Hollywood hinterlassen hatte, war es schließlich die erfolgreiche Weihnachtsromanze Tatsächlich...Liebe, die ihr den endgültigen Durchbruch bescherte.

Im Alter von 20 Jahren spazierte die grazile Schönheit einfach in eine Modelagentur und wurde vom Fleck weg engagiert. Seitdem ist sie auch auf dem Laufsteg zuhause und wurde von der amerikanischen Zeitschrift Maxim unter die 100 schönsten Frauen der Welt gewählt. Klar, dass sie damit für die Darstellung der Helena von Troja, für die sie in der gleichnamigen Fernsehproduktion deutlich mehr Lob einheimsen konnte als ihre Kollegin auf der großen Leinwand, Diane Kruger, prädestiniert war.

Dabei hat Sienna Guillory eigentlich eine ganz einfache Art der Rollenwahl: „Ich entscheide mich dabei immer für die Projekte, die am meisten Spaß versprechen. Und Eragon hörte sich nach einer Menge Spaß an.“ Die Rolle der Schwert schwingenden Elfe brachte aber auch viel physischen Einsatz mit sich. „Wir mussten teilweise stundenlang auf einem Berggipfel ausharren, um uns herum nichts als ein Helikopter, der über unsere Köpfe kreiste. Das hat gerade mir im kurzen Rock besonders viel Spaß bereitet. Zumal wir für sechs Stunden nicht auf die Toilette konnten.“ Dabei verdreht sie die Augen, beginnt aber gleich wieder von den Dreharbeiten zu schwärmen. „Die Arbeit mit Jeremy Irons und John Malkovich war schon toll. Von ihnen konnte ich viel lernen. Ihre Präsenz ist atemberaubend. Aber ich war besonders fasziniert von Ed (Edward Speleers – die Red.), meinem Leinwandpartner. Er war damals erst 17, wirkt aber sehr erwachsen, still und zurückhaltend. Und er hat diese unglaublichen Augen. Ein wirklich fantastischer Schauspieler.“

Speleers spielt den 15jährigen Eragon, einen armen Bauernjungen, der auf einen blau schimmernden Stein stößt. Bei dem Artefakt handelt es sich um ein Ei, dem der Drache Saphira entschlüpft, ein Wunder, denn die mächtigen Flugechsen gelten in seiner Welt längst als ausgestorben. Der finstere König Galbatorix (John Malkovich) erfährt davon und hetzt seine Streitmacht auf Eragon, die das Dorf des Jungen dem Erdboden gleichmacht. Nur Eragon und Saphira entkommen und finden in dem Geschichtenerzähler Brom (Jeremy Irons) einen Freund. Mit ihm und der Elfenprinzessin Arya (Guillory) plant er den Tod seiner Familie zu rächen und das Land von der Tyrannei des Königs zu befreien.

Die Geschichte nimmt im ersten Band der Serie erst Gestalt an und erstreckt sich auf zwei weitere Bücher. Das schreit nach einer filmischen Fortsetzung, die sich Hollywood natürlich auf keinen Fall entgehen lassen wird. „Wenn der Film dem Buch ‚Der Auftrag des Ältesten’, dem zweiten Teil der Serie treu ist, werde ich hoffentlich dabei sein. Auch das verspricht ein unglaublicher Film zu werden.“ Wenn Eragon also seine Erwartungen erfüllt und die geschätzten 100 Millionen Dollar Produktionskosten wieder einfährt, können wir uns auf zwei weitere Fortsetzungen der Fantasy-Reihe freuen. Wenn nicht, steht für Sienna Guillory immerhin noch ein anderer phantastischer Part für 2008 an: in der Verfilmung von Cornelia Funkes Welterfolg „Tintenherz“. LT