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Die geborene Regentin
Cate Blanchett im Interview


Gerade war sie noch mit Brad Pitt in Babel unterwegs oder spielte an der Seite von George Clooney im Nachkriegskrimi The Good German. Bevor sie im neuen Indiana Jones auftritt, kommt die Ex-Elbenkönigin Cate Blanchett, 37, erneut als britische Monarchin Elizabeth auf die Leinwand, in der Fortsetzung des einst für sieben Oscars nominierten Historienspektakels von Bollywood-Regisseur Shekhar Kapur. Wir trafen die Schauspielerin zum Gespräch.

Was mögen Sie am meisten an diesem Stoff der Elizabeth?

Mir gefällt diese Geschichte von einer jungen Frau, die um das Überleben und Anerkennung kämpft – und das, obwohl sie so große Macht besitzt und ihre diplomatischen Fähigkeiten außer Frage stehen. Dennoch umgeben sie große Zweifel und eine Melancholie, denn in ihrem Inneren ist sie sehr zerbrechlich. Die Entscheidung, ihre Cousine Mary Stuart hinzurichten, ist enorm weit reichend: Damit machte sie sich schließlich selbst zur Zielscheibe für ein Attentat.

Worin liegt für Sie der Unterschied zum ersten Teil?

Der erste Teil liegt neun Jahre zurück, inzwischen ist sehr viel passiert. Zum Beispiel bin ich mittlerweile Mutter geworden. Ich habe in aller Welt etliche Filme gedreht. Und hoffentlich sind meine Fähigkeiten als Schauspielerin dabei besser geworden. Es hat mir zum Beispiel ganz besonders geholfen für die Rolle, dass ich inzwischen Hedda Gabler auf der Bühne gespielt habe…

Es gibt etliche Filme über diese Figur – warum ist Elizabeth derart populär?

Der Grund für die endlosen Interpretationen durch ganze Legionen von Schauspielerinnen liegt einfach in der Faszination dessen, was sich hinter der Maske dieser mächtigen Herrscherin verbirgt. Ich finde dabei die menschliche Komponente sehr spannend: Wie hat diese Frau ihr Leben erlebt? Mit welchen Gefühlen war sie an der Macht? Immerhin hat ihr Vater ja ihre Mutter umgebracht – das muss doch traumatische Auswirkungen haben.

Was mögen Sie an ihr?

Ich bewundere ihre Klugheit und ihren Intellekt. Sie war zudem eine ganz große Förderin der Kunst. Wenn man ihre Reden liest, bekommt man eine Ahnung von ihrer wahren Größe. Im Unterschied zu anderen Herrschern, die einfach durch Geburt an ihre Macht gekommen sind, hat sie diese Macht tatsächlich ausgestrahlt: Sie war die geborene Regentin.

Sie spielen vielfach schwere Stoffe – hätten Sie nicht Lust auf etwas Leichtes?

Doch, genau deswegen habe ich gerade ja auch bei Indiana Jones mitgemacht! Welche Rolle ich dort spiele, ist natürlich streng geheim. (lacht)

Wie bekommt man eine Rolle bei Indiana Jones? Ruft Steven Spielberg einen an? Oder geht man den ganz normalen Casting-Weg?

Steven und ich wollten schon mehrfach gemeinsam drehen, aus verschiedenen Gründen hat es aber dann doch nie funktioniert. Anfang des Jahres hat er mich in Los Angeles zum Kaffee eingeladen. Ich hatte keine Ahnung, worum es in dem Gespräch gehen sollte. Und plötzlich bietet er mir Indiana Jones an – ich fiel aus allen Wolken. Ich bin mit Indy aufgewachsen und war schon immer Fan. Und jetzt bekam ich diese grandiose Gelegenheit, selbst dabei zu sein! Meine Söhne waren natürlich ganz schön aus dem Häuschen, als sie von Muttis neuen Plänen hörten… DO

 

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