
Schauspieler Lars Rudolph, "Heimatfilm"-Produzentin Bettina Brokemper und der Geschäftsführer der Filmstiftung NRW,
Michael Schmid-Ospach. Foto:
Iwo Gospodinov/Heimatfilm
In deutsch-niederländischer Koproduktion wird seit November 2007 der Jugendbucherfolg „Der Brief für den König“ (1963) der holländischen Autorin Tonke Dragt sehr aufwändig in Nordrhein-Westfalen, Belgien, Frankreich und Luxemburg verfilmt. Regie führt dabei Pieter Verhoeff, der mit seinen Filmen bereits mehrfach für den Auslands-Oscar vorgeschlagen wurde und über die Grenzen der Niederlande hinaus international Anerkennung findet.
Das mit 7,5 Millionen Euro budgetierte Projekt kann mit großen Namen aufwarten: Uwe Ochsenknecht, Lars Rudolph und Rüdiger Vogler. Die Hauptrolle des jungen Tiuri übernimmt der niederländische Nachwuchsschauspieler Yannick van de Velde, der für seine Rolle in In 'Oranje' (2004) bereits den Young Artist Award gewann und in seiner Heimat als großes Talent gefeiert wird.
Gefördert wird der Film durch die Filmstiftung NRW und vom ZDF, das auch beim jüngst Oscar-prämierten österreichisch-deutschen Film 'Die Fälscher' ein glückliches Händchen bewiesen hatte. Von den geplanten 55 Drehtagen sind insgesamt 42 in Nordrhein-Westfalen angesetzt, da die Voraussetzungen in NRW, so Produzentin Bettina Brokemper (Heimatfilm) bei der Pressekonferenz, aufgrund der Vielfalt der Landschaft geradezu ideal seien, und man neben den verschiedensten Naturbildern auch zahlreiche historische Bauten vorfindet, die hervorragend in die fantastisch-mittelalterliche Welt aus 'Der Brief für den König' passen.
 
Mittelalter meets Moderne: Beim Dreh packen auch die Darsteller mit an / Regisseur Pieter Verhoeff im Gespräch. Fotos: Iwo Gospodinov/Heimatfilm
Bei diesem Film habe es auch verhältnismäßig viele Setwechsel gegeben, was die Dreharbeiten zusätzlich spannend gemacht und die Produktion in einen „Wanderzirkus“ verwandelt habe. Das Herumreisen wird sich jedoch auszahlen, da der Film auf diese Weise an einigen der schönsten Drehorte Nordrhein-Westfalens gedreht werden kann und so etwas von dem Abenteuer im Film auf alle Beteiligten übergehe. Die schwierige Frage danach, wie nah sich der Film am Buch bewege, sei bei den Vorbereitungen zu den Dreharbeiten besonders wichtig gewesen. Die Produzenten wussten, dass es der Charme des Originaltextes ist, der diesen auch heute noch zu einem Verkaufsschlager macht. Diesen Charme zu bewahren und auf Film zu bannen sei das höchste Ziel der Verfilmung, man wolle alte und junge Freunde der Geschichte nicht enttäuschen. Die Leser des Buches stammen aus allen Altersschichten. Viele Erwachsene haben das Buch als Kinder gelesen, Kinder lesen es heute, aber auch Erwachsene. Es ist ein Buch, das gemeinsam gelesen werde, und so wolle man auch den Film anlegen, als Film, der nicht allein an eine Zielgruppe gerichtet ist, kein Kinderfilm allein, sondern ein Abenteuer für jung und alt mit Schlachten und Abenteuern, die altersunabhängig faszinieren.

Noch bis 8. März in NRW: Harte Arbeit bei kühlen Temperaturen. Foto: Iwo Gospodinov/Heimatfilm
Die Filmsprache ist Holländisch. Lars Rudolph, der im Film Slupor, den bösen Gegenspieler Tiuris spielt, sagt hierzu: „Holländisch ist eine Herausforderung. Den Text zu lernen ist auf Holländisch etwa so, wie ein Gedicht auswendig zu lernen.“ Lars Rudolph spielt den verschlagenen Anführer der „Roten Ritter“, die Tiuri verfolgen und diesen immer und immer wieder auf die Probe stellen. „Als Slupor bin ich oft undercover unterwegs in verschiedenen Verkleidungen, und ich freue mich auf die Kampfszenen: Säbelkämpfe und Steineschmeißen.“ Gedreht wird noch bis zum 8. März. Der Kinostart steht noch nicht fest. Man rechnet aber damit, so Produzentin Bettina Brokemper, dass der Film entweder im Winter 2008 oder im Frühjahr 2009 in den deutschen Kinos anlaufen werde. Auf die Frage des ergebenen Reporters, ob man auch darüber nachdenke, die Fortsetzung des Buches, „Der Wilde Wald“, zu verfilmen, antwortet Frau Brokemper zwinkernd, man prüfe das. Golo J.J. Blasche
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