
Regisseur David Finchers Zodiac ist eine gelungene Mischung aus Detektivfilm und Serienkiller-Slasher. Voller herausragender Darstellerleistungen und einer treffenden Beschreibung der Paranoia während der Vietnamkriegszeit, trifft hier Die Unbestechlichen auf Das Schweigen der Lämmer (verfeinert mit einer Prise JFK).
Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte kreist um drei Männer (Gyllenhaal, Downey jr. und Ruffalo), die nach dem berüchtigten Zodiac-Killer suchen, der San Francisco in den späten 60er und 70er Jahren terrorisierte und noch immer nicht gefasst wurde. Fincher (Sie7en, Fight Club) hat in der Vergangenheit oft mehr Wert auf Stil als auf Inhalte gelegt.
Hier verwendet er nun genauso viel Zeit auf die Morde wie auf die Suche nach dem Killer. Wir beobachten das Geschehen aus der argwöhnischen Distanz der Kamera, können gelegentlich befreit lachen, aber nie wirklich entspannen.
Obwohl Gyllenhaal kaum jemals zum „Schauspieler seiner Generation“ gewählt werden wird, ist seine Darstellung eines vom Fall besessenen Zeitungscartoonisten eine seiner bislang besten. Man vergisst zwar nie ganz, dass er nur spielt, aber seine Unverdrossenheit und Hingabe machen seine Leistung mehr als akzeptabel. Downey jr. hingegen vereint auf brillante Weise Komik und Mitleid in seiner Figur. Sein alkoholkranker, drogenumnebelter Reporter verleiht jeder Szene den nötigen Pep und spiegelt perfekt die Verzweiflung der jungen Männer in den 70er Jahren wider (ganz zu schweigen von seinen eigenen Entziehungskuren).
Die überraschendste Darstellung kommt allerdings von Ruffalo als gewöhnlicher Polizist, der den wichtigsten Fall seiner Laufbahn nicht lösen kann. Sein Absturz von frecher Arroganz zu ausgebrannter Bitterkeit ist genauso subtil wie wirkungsvoll. LB
USA 2007 (Zodiac) Regie: David Fincher. Buch: James Vanderbilt. Mit: Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Anthony Edwards, Robert Downey jr., Brian Cox. Warner. 158 Min. Ab 31. Mai 2007 im Kino.
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