Der 1981 im Original, 1984 auf deutsch erschienene Roman „Die Welle“ verarbeitete die Erfahrungen, die Geschichtslehrer Ron Jones im April 1967 an einer amerikanischen High School gemacht hatte.
Als Reaktion auf Aussagen in der Klasse, dass Verhaltensformen des Nationalsozialismus „bei uns nicht vorkommen könnten“, stellte Jones zusammen mit Schülern und Lehrern ein Experiment an. Es zeigte eindrucksvoll, wie leicht sich Jugendliche manipulieren lassen. Dadurch aufgeschreckt, brach Ron Jones das Experiment nach fünf Tagen in einer Schulversammlung abrupt ab.
Dennis Gansel widmete sich bereits in 'Napola – Elite für den Führer' (2004) dem Thema „Jugend und Nationalsozialismus“ unter dem Blickwinkel der Chancen, die einem Außenseiter die Zugehörigkeit zu einer Gruppe bietet. In 'Napola' spielte die Hauptrolle Max Riemelt, der hier erneut eine der wichtigsten Rollen übernimmt.
Auf seine unbekümmert-coole, aber auch forsche Art stellt Jürgen Vogel den Lehrer Rainer Wenger kongenial dar, der seine Schüler innerhalb einer Woche zu überzeugten Mitläufern einer Diktatur macht. Im Rahmen einer Projektwoche über „Autokratie“ führt Wenger ein Experiment durch: Plötzlich fordert er von den Schülern bedingungslos Gehorsam und Disziplin. Der Lehrer ist überrascht, wie schnell sich die Jugendlichen mit dem autoritären Stil anfreunden. Bald wächst der Versuch zu einer „Massenbewegung“ aus.
Obwohl das Ende eine Spur zu aufgesetzt ausgefallen ist, wirkt 'Die Welle' durchgängig erschreckend realistisch, wobei nicht nur die Schüler, sondern auch ihr Lehrer, durch das ganze Experiment eine größere Veränderung durchmachen, als ihnen lieb ist. José García D 2007. Regie und Buch: Dennis Gansel. Buch: Peter Thorwarth. Mit: Jürgen Vogel, Frederick Lau, Max Riemelt, Jennifer Ulrich, Christiane Paul, Elyas M’Barek, Cristina Do Rego, Jacob Matschenz, Ferdinand Schmidt-Modrow, Maximilian Mauff. Constantin. 101 Min. Ab 13. März 2008 im Kino.
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