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Was am Ende zählt


Das hat sich Carla anders vorgestellt: Abends noch steht sie am Zug nach Lyon, der sie dem Modestudium näher bringen soll, am nächsten Morgen findet sie sich ausgeraubt und obdachlos im Bett des eingebildeten Rico wieder.

Der verschafft der jungen Frau einen Job auf einem Boot, das er mit Freunden zur Party-Location umbauen will. Dort trifft Carla die gleichaltrige Lucie. Sie freunden sich an, und als Carla feststellt, dass sie schwanger ist, ziehen sie zusammen. Carla sieht sich durch das Kind um ihre Zukunft gebracht. Doch Lucie bietet ihr einen Deal an…

Was für ein schöner, ruhiger Film, der in konstantem Fluss von zwei unterschiedlichen Mädchen erzählt, die schneller als gewollt Verantwortung übernehmen und erwachsen werden müssen. Die fernwehmütige und karrierehungrige Carla strandet dabei im fremden Wunderland am sozialen Abgrund, während ihre neue Freundin ebendort zu Hause ist und sich fürsorglich um ihren Junkie-Bruder kümmert.

Ja, die Männer kommen schlecht weg in diesem Jugenddrama, und der an sich optimistische Film trudelt zum Ende auch mal arg ins Tragische. Doch Regisseurin Julia von Heinz bleibt authentisch und spinnt eine lebensnahe, und durchaus auch mal humorvolle Geschichte über Zusammenhalt, Freude und Wärme, die Not erträglich machen. Und was am Ende zählt, bleibt damit nicht nur ein letzter ergreifender Blick von Paula Kalenberg ('Die Wolke'), die ihre Carla ebenso großartig verkörpert wie Marie-Luise Schramm ('Bin ich sexy?') ihre Lucie. Hartmut Ernst

D/F 2007. Regie und Buch: Julia von Heinz. Buch: John Quester. Mit: Paula Kalenberg, Marie-Luise Schramm, Benjamin Kramme, Vinzenz Kiefer, Toni Osmani, Martin Ontrop, Katy Karrenbauer, Evelyn Meyka. Zorro. 100 Min. Ab 1. Mai 2008 im Kino.

 

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