Das Beste, was es über den vor zwei Jahren auch bei uns gelaufenen Film Wächter der Nacht zu vermelden gibt, ist, dass er bis dato der teuerste und gleichzeitig auch erfolgreichste russische Film war.
Basierend auf dem Fantasyepos des Erfolgsschriftstellers Sergei Lukyanenko erzählte der ehemalige Werbeclipregisseur Timur Bekmambetov darin eine krude, reichlich stereotype und völlig humorlose Mär vom ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Die Spezialeffekte wussten zu überzeugen, erst recht bei einem vergleichsweise derart geringen Budget, aber die Geschichte hatte man schon zigfach besser gesehen.
Für den zweiten Teil, Wächter des Tages, konnten die Erwartungshaltungen also kaum niedriger angesiedelt sein. Umso überraschender, dass dieser Film ausgerechnet das aufweist, was beim Vorgänger so schmerzlich fehlte: Humor.
Svetlana, Antons Schülerin, kann außergewöhnliche Kräfte ihr Eigen nennen. Da Antons Sohn Yegor ähnlich mächtig ist, sich jedoch für die dunkle Seite entschieden hat, gilt es, ein Aufeinandertreffen der beiden zu verhindern, damit das Gleichgewicht nicht aus den Fugen gerät. Zusätzliche Möglichkeiten verleiht ein Stück „Kreide des Schicksals“, mit dem man die Vergangenheit beeinflussen kann.
Die Trickeffekte sind auch hier wieder gigantisch geworden, werden nun aber eben zusätzlich durch einen sehr trockenen und treffsicheren Humor ergänzt. Da der Film offensichtlich für den internationalen Markt produziert wurde, schlagen sich viele seiner Gags in den englischen Untertiteln nieder, die den russischen Dialog begleiten. Diese nehmen nämlich Bezug auf Geräusche im Bild, färben sich mal thematisch blutrot oder werden von Schwerthieben zerstückelt. Auch wenn man auf diese Elemente in der deutsch synchronisierten Fassung verzichten muss, bietet der Film dennoch wesentlich gelungenere Unterhaltung als Teil eins. FB
R 2006 (Dnevnoi Dozor) Regie und Buch: Timur Bekmambetov. Buch: Sergei Lukyanenko, Alexander Talal. Mit: Konstantin Khabensky, Maria Poroshina, Vladimir Menshov, Galina Tyunina, Victor Verzhbitskiy, Zhanna Friske, Dima Martynov. Fox. 132 Min. Ab 20. September 2007 im Kino.
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