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Verstörung – und eine Art von Poesie.
Die Filmlegende Bernhard Wicki


Eine verblüffende Bilanz, die Bernhard Wicki am Ende seines Lebens in einem Interview über sein abwechslungsreiches Gesamtwerk zieht: Im Bestreben, den Welterfolg seiner zweiten Filmregie, des kraftvollen Antikriegsfilmes Die Brücke, zu wiederholen, habe er – größtenteils unbewusst – alles dafür getan, damit zu scheitern.

Trotz eklatanter Misserfolge in Hollywood wie Europa, die weniger auf eine unsichere Regie als auf widrige Umstände zurückzuführen sind, hinterlässt der große Humanist Wicki ein beeindruckendes Œuvre, auf das dieser biografische Filmessay Appetit schürt.

Besonders beeindruckend sind die Passagen mit Schauspieler Michael Mendl als Zitator von Wickis Aufzeichnungen aus den 1930er Jahren.

Aufdringlich sentimental hingegen der lange Schluss, wenn die Regisseurin und Wicki-Witwe Elisabeth Endriss vom Leiden ihres früheren Mannes in seinen letzten Lebensphasen berichtet, was zu dem unsentimentalen Blick Wickis auf die Welt so gar nicht passt. MPH

D 2006. Buch und Regie: Elisabeth Wicki-Endriss. Mit: Maximillian Schell, Michael Mendl, Klaus Maria Brandauer. Kinowelt. 120 Min. Ab 14. Juni 2007 im Kino.

 

> Offizielle Filmseite (Deutschland)

> Webseite des Bernhard-Wicki Gedächtnis Fonds e. V.