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Verführung von Engeln – Kurzfilme von Jan Krüger




In dieser Zusammenstellung darf das Kurzfilmschaffen des deutschen Nachwuchsregisseurs Jan Krüger (Unterwegs) in chronologischer Reihenfolge Revue passieren.

In seinem Erstling Verführung von Engeln aus dem Jahr 1999 bekommt der Zuschauer in stimmungsvollen Schwarzweiß-Aufnahmen Impressionen vom nächtlichen Straßenleben in einer Großstadt dargeboten. Udo Lindenberg, der sich auch unter den Nachtgestalten wieder findet, hat dazu ein Gedicht Bertolt Brechts vertont, das den zufälligen Begegnungen eine poetische Dimension beschert.

Weit realistischer geht es in Freunde zu, der von den gemeinsamen Unternehmungen zweier Sechzehnjähriger erzählt. Die beiden zentralen Rollen werden sehr natürlich und überzeugend von Marlon Kittel (Sommersturm) und Martin Kiefer gespielt. Letzterer avancierte ab da zu einer Art Stammschauspieler in Jan Krügers Werken und ist auch in den beiden späteren Filmen dieser Zusammenstellung in den Hauptrollen zu sehen.

Die knisternde Homoerotik in Freunde setzt allerdings einen Standard, den die nachfolgenden Kurzfilme nur noch schwer erreichen können. Dafür ist Jan Krügers Schaffen aber auch zu vielseitig und divergent. In Tango Apasionado geht er dem Scheitern einer schwulen Beziehung nach, hat diese Vignetten bewusst unspektakulär und alltäglich gefilmt, was aber auch Längen hervorruft.

Der letzte und längste Film der Kollektion, Hotel Paradijs, ist in Amsterdam angesiedelt und taucht ein in die Ménage-à-Trois zwischen Paul, seinem Geliebten Christiaan und der kessen Claire, die Paul bei seinem Job als Kartenabreißer im Kino kennen gelernt hat. Auch dieser Film wirkt ein wenig unausgegoren, beweist aber wie alle hier versammelten Filme Krügers ein hervorragendes Talent für gut komponierte Bilder und einen unverfälschten Blick auf das Zwischenmenschliche. FB

D 1999-2006. Regie und Buch: Jan Krüger. Mit: Martin Kiefer, Christian Bumba, Udo Lindenberg, Marlon Kittel, Arndt Schwering-Sohnrey, Terence Schreurs, Barry Atsma. Salzgeber. 70 Min. Ab 21. Juni 2007 im Kino.

 

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