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Valerie




Valerie, der frühere Topstar der Pariser Modeszene, hat sich kurz vor Weihnachten in einem Berliner Nobelhotel einquartiert, ohne auch nur zu ahnen, wie die immensen Rechnungen beglichen werden können.

Zunächst geht alles auf Kreditkarte, doch als auch diese ihren Dienst verweigert, einigt man sich auf eine Bezahlung per Rechnung. Nur ihr Auto kann Valerie nicht aus der Tiefgarage fahren, bevor sie nicht die Parkgebühren bezahlt hat – da ist Nachtwächter André gnadenlos.

Heimlich schläft das Model schließlich in ihrem heruntergekommenen Jaguar und versucht verzweifelt, in der einsamsten Jahreszeit Anschluss zu finden, ein paar Euro zu verdienen und die Bedürfnisse ihres knurrenden Magens zu stillen. Der gerade von Frau und Tochter verlassene André hat ebenfalls nichts gegen Gesellschaft einzuwenden, und so entwickelt sich eine zaghafte Zweckfreundschaft zwischen den beiden.

Mit schonungsloser Offenheit thematisiert Birgit Möller in ihrem Regiedebüt den Abstieg einer schönen Frau, die in der kurzlebigen Modewelt ihr Verfallsdatum schon mit 30 Jahren überschritten hat. Agata Buzek verleiht dieser grazilen Person mit dem erstaunlichen Selbstbewusstsein in den verschiedenen Stadien des sozialen und emotionalen Abstiegs ein authentisches Antlitz und eine glaubwürdige Gestalt.

Es ist bemerkenswert, wie die polnische Schauspielerin diese tragische Figur mit einer unzerstörbaren Würde ausstattet, welche diese auch beim Wühlen in Müllcontainern oder in einer absurden Prostitutionsszene nicht einbüßt. Als Gegenpol fungiert einmal mehr Devid Striesow, der sich im aktuellen deutschen Film einen Status als guter Mann von nebenan erspielt hat. Der Film braucht noch nicht einmal viele Worte, um in seiner ganzen Emotionalität und intensiven Menschlichkeit zu überzeugen. FB

D 2006. Regie und Buch: Birgit Möller. Buch: Ruth Rehmet, Ilja Haller, Milena Baisch, Elke Sudmann. Mit: Agata Buzek, Devid Striesow, Birol Ünel, Ricarda Meßner, Anne Sarah Hartung, Franz Dinda. Zauberland. 80 Min. Ab 26. April 2007 im Kino.

 

> FILMSTART-Interview mit Devid Striesow

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