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V wie Vendetta


Alan Moore, der kreative britische Graphic Novelist, steckt mal wieder (nach From Hell und Liga der außergewöhnlichen Gentlemen) hinter den Charakteren für einen aufwändigen Hollywoodfilm.

Seine rund zwanzig Jahre alte Vorlage ist eine scharfe Kritik an der damals aktuellen britischen Thatcher-Regierung. James McTeigue, der 2nd Unit-Regisseur der Matrix-Filme, hat in seinem Regiedebüt in erster Linie die Big-Brother-Bezüge der Vorlage und den maskierten Rächer „V“ übernommen. Das England der nahen Zukunft wird nämlich von einem faschistischen Kanzler regiert – den John Hurt als süffisanten Gegenpart zu seinem Winston Smith aus der Orwell-Verfilmung 1984 anlegt.

„V“ möchte dem Treiben ein Ende setzen und versucht, im Laufe eines Jahres möglichst viele Bürger auf seine Seite zu bringen, um schließlich mit der Sprengung des Parlaments eine neue Ära einzuleiten. Die junge Evey wird zunächst widerwillig zu „Vs“ Verbündeter.

Die Wachowski Brothers, die mit den Matrix Revolutions bitter enttäuschten, haben hier endlich wieder zu kritischer Schärfe und politischem Gehalt zurückgefunden. Ihre Zukunftsvision, und das ist wahrscheinlich das Erschreckendste an dem Film, ist unserer Gegenwart gar nicht so weit voraus. Das Production Design bleibt der Realität verhaftet und ist keineswegs futuristisch angehaucht. Trotzdem hat V wie Vendetta auch auf der visuellen Ebene etwas zu bieten – wie man es von einer Comicverfilmung schließlich auch erwartet.

Besonders am Ende wird hier geklotzt, wenn „V“ ein splatteriges Messersolo abliefert oder die Symbole für die Unterdrückung zerstört werden: „Die Menschen sollen nicht die Regierung fürchten, sondern die Regierung die Menschen.“ FB

USA/D 2005 (V for Vendetta) Regie: James McTeigue. Buch: The Wachowski Brothers. Mit: Natalie Portman, Hugo Weaving, Stephen Rea, John Hurt, Stephen Fry, Rupert Graves, Tim Pigott-Smith. Warner. 132 Min. Ab 16. März 2006 im Kino.