Home

Untraceable


Die Gewaltspirale hat sich in Hollywood-Horrorfilmen der letzten Jahre (die 'Saw'- und 'Hostel'-Filme) kontinuierlich weiter nach oben geschraubt.

Je ekelhafter und perverser die Foltermethoden sind, mit denen Leinwandfiguren den Heldentod sterben, desto erfolgreicher sind die entsprechenden Filme. Und man ertappt sich auch selbst dabei, an diesen Gewaltorgien seinen Gefallen zu finden. Auch 'Untraceable' hat einige perfide Tötungsszenarien zu bieten und verpackt diese überaus geschickt in eine Debatte um mediale Gewaltmechanismen.

Jennifer Marsh (Diane Lane) arbeitet beim FBI in einem Sonderdezernat, das auf Internetdelikte spezialisiert ist. Eines Tages wird sie auf eine Website mit dem Namen killwithme.com aufmerksam gemacht, auf der via Livestream zunächst eine Katze, kurz darauf aber auch schon Menschen vor laufender Webcam zu Tode gefoltert werden. Je mehr User sich auf der Seite einloggen, desto schneller sorgen die ausgeklügelten Mechanismen dafür, dass das Opfer das Zeitliche segnet. Jennifer übernimmt mit Engagement den ungewöhnlichen Fall, nur um festzustellen, dass die Gefolterten keineswegs zufällig ausgewählt wurden und sich der Kreis immer enger um sie und ihre Familie zuzuziehen beginnt.

Diane Lane ist zwar leider eine etwas unglückliche Besetzung für die toughe Ermittlerin, denn die Hollywood-Veteranin aus den 80er Jahren ('Rumble Fish') agiert dermaßen überzogen und aufgesetzt, dass so manche Szene darunter leidet. Nichtsdestotrotz bietet Gregory Hoblits ('Frequency') neuer Film spannende Genreunterhaltung mit einem ausgeklügelten Drehbuch und einigen gelungenen Ansatzpunkten, um einmal über die Wechselwirkung von Gewalt und Medien nachzudenken. Frank Brenner

USA 2008. Regie: Gregory Hoblit. Buch: Robert Fyvolent, Mark R. Brinker, Allison Burnett. Mit: Diane Lane, Colin Hanks, Billy Burke, Joseph Cross, Mary Beth Hurt, Peter Lewis. Universal. 100 Min. Ab 3. April 2008 im Kino.

 

> FILMSTART-Forum: Kino Aktuell