Trotz eines für Filme dieser Größenordnung relativ geringen Budgets, gelang Regisseur Wiseman bereits mit dem Vorgänger Underworld ein optisch durchaus reizvoller Action-Horror-Streifen, der dem Genre zwar nicht wirklich etwas Neues abgewinnen konnte, jedoch ähnlich wie Blade eine recht interessante Neo-noir-Welt entwarf, in der Vampire und Werwölfe eine von den meisten Menschen unbemerkte Subkultur bilden.
Die Handlung von Underworld Evolution setzt da ein, wo der erste Teil aufhörte: Nachdem Selene den Vampirfürsten Viktor getötet hat, befindet sie sich mit Michael auf der Flucht. Schon bald nimmt der Ur-Vampir Marcus deren Verfolgung auf, um durch Selene in Erfahrung zu bringen, wo sein Bruder William, der erste Werwolf, festgehalten wird, um diesen aus seiner Jahrhunderte währenden Gefangenschaft zu befreien. Da beide zusammen eine tödliche Bedrohung für Vampire und Werwölfe gleichermaßen darstellen würden, setzen Selene und Michael alles daran, Marcus aufzuhalten.
Statt eines verregneten Budapests dienen nun die schneebedeckten Berglandschaften Vancouvers als Kulisse. Dies hat zwar zur Folge, dass die gotisch angehauchte Großstadtatmosphäre des Vorgängers verloren geht, besitzt aber den Vorteil, dass der in den letzten Jahren etwas zu inflationär gebrauchte Hochglanz-Look von The Matrix sparsamer eingesetzt wird.
Obwohl sich der Film in visueller Hinsicht also durchaus von Teil eins unterscheidet, wird inhaltlich leider kein Neuland betreten. Stattdessen wird die Geschichte wieder vornehmlich von der Action bestimmt. Vor allem gegen Ende droht der Film im eigenen Kugelhagel unterzugehen. Keine Frage: Trotz passabler Unterhaltung ist dem düsteren Vampirfilm jederzeit eine „Buffy“-Episode vorzuziehen. CC
USA 2005. Regie: Len Wiseman. Buch: Danny McBride. Mit: Kate Beckinsale, Scott Speedman, Tony Curran, Shane Brolly, Steven Mackintosh, Sir Derek Jacobi, Bill Nighy, Michael Sheen. Sony. 108 Min. Ab 2. März 2006 im Kino. |
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