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Tödliche Entscheidung


Andy und sein jüngerer Bruder Hank haben chronischen Geldmangel. Gemeinsam hecken sie einen Plan aus, den Juwelierladen ihrer Eltern zu überfallen, da diese versichert sind und so niemand zu Schaden kommt. Doch anders als geplant, kommt es vor Ort zum Schusswechsel und alles läuft aus dem Ruder.

„Mögest Du eine halbe Stunde im Himmel sein, bevor der Teufel merkt, dass Du tot bist.“ Dieser irische Trinkspruch, den Sidney Lumet seinem neuen Film vorangestellt hat, bringt recht anschaulich zum Ausdruck, mit was wir es in den nächsten zwei Stunden zu tun bekommen.

Entgegen jeglichem gesunden Menschenverstand entscheiden sich die Brüder Andy und Hank Hanson, in der eigenen Familie zu wildern und den geplanten Raubüberfall auf das Geschäft ihrer Eltern zu verüben. Doch wider Erwarten steht die Mutters selbst hinter der Ladentheke, wider Erwarten kommt es zwischen ihr und dem zusätzlich eingespannten dritten Mann zu einem Schusswechsel, der die Situation jeglicher Kontrolle entgleiten lässt. Während sich alles immer mehr zuspitzt, lernen wir als Zuschauer nach und nach den wahren Charakter der Hauptfiguren kennen – Abgründe, von denen der Teufel in der Tat besser nichts wissen sollte.

Sidney Lumet ('Die zwölf Geschworenen', 'Nacht über Manhattan'), Regieurgestein des anspruchsvollen US-Kinos, versteht es auch im stattlichen Alter von 83 Jahren noch, seine Zuschauer zu packen und für seine Story zu begeistern. Das Drehbuch ist komplex ineinander verschachtelt, immer wieder wird zu Beginn die Szene mit dem Raubüberfall aus verschiedenen Perspektiven geschildert – Parallelen zum ebenfalls vor kurzem angelaufenen '8 Blickwinkel' drängen sich auf. Und dennoch stellt sich kein Ermüdungseffekt ein, das Publikum wird stattdessen immer mehr in die Geschichte hinein gesogen, setzt sich nach und nach ein detailliertes Bild der beteiligten Figuren zusammen und fiebert der Auflösung entgegen.

Einen nicht unerheblichen Anteil am Gelingen von 'Tödliche Entscheidung' tragen auch die Hauptdarsteller: Philip Seymour Hoffman liefert wieder einmal eine phänomenale Vorstellung als manischer Pedant, Ethan Hawke ist sein labiler und panischer kleiner Bruder und Albert Finney spielt mit leichtem Hang zum Overacting, aber dennoch anrührend und authentisch den gebrochenen Vater der beiden verhinderten Juwelendiebe. Thomas Steffens

USA 2007 (Before the Devil Knows You’re Dead) Regie: Sidney Lumet. Buch: Kelly Masterson. Mit: Philip Seymour Hoffman, Ethan Hawke, Sir Albert Finney, Marisa Tomei, Aleksa Palladino, Michael Shannon, Amy Ryan, Rosemary Harris. Koch Media. 117 Min. Ab 10. April 2008 im Kino.

 

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