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Standard Operating Procedure

Auf Spurensuche nach den Ursachen für die berüchtigten Folterfotos aus dem irakischen Gefangenenlager Abu Ghraib.


Eine Handvoll US-Soldaten hatte 2004 in einem irakischen Gefängnis einheimische Gefangene gequält, gedemütigt und gefoltert. Dieselben Täter hielten ihre Vergehen mit dem Fotoapparat fest. Die Bilder fanden ihren Weg ins Internet und überführten die Schuldigen, die momentan ihre Gefängnisstrafen absitzen.

Bis auf den Haupttäter stellen sich die männlichen und weiblichen Soldaten den Fragen von Regisseur Errol Morris ('The Fog of War'), der das sadistische Szenario anhand der Bilder, Interviews und nachgestellten Szenen nachzeichnet: Anarchie hinter den Rücken der Befehlshaber, Mitläufertum, die schwimmende Grenze zwischen der legalen „Standard Operating Procedure“ und dem „Criminal Act“ werden dabei problematisiert und hinterfragen ein ganzes militärisches System. Die falschen Menschen in den falschen Uniformen finden rückblickend verschiedenste und nicht immer glaubwürdige Gründe für ihr Fehlverhalten.

Morris lässt Bilder und Aussagen unkommentiert für sich sprechen. Warum seine nachgestellten Inszenierungen dabei dermaßen effekthascherisch daherkommen und ausgerechnet von SpiderMan-Komponist Danny Elfman musikalisch in inadäquate Dimensionen verfrachtet werden, ist ein nicht nachzuvollziehender Stil-, wenn nicht gar Genrebruch. Hartmut Ernst

USA 2008. Regie: Errol Morris. Mit: Lynndie England, Sabrina Harman, Megan Ambuhl, Joshua Feinman, Merry Grissom, Shaun Russell, Zhubin Rahbar. Sony. 118 Min. Ab 29. Mai 2008 im Kino.

 

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