Sportdramen sind ein klassisches Inspirationsvehikel in Hollywood. Jahr für Jahr findet ein meist eher uninspirierter Neuaufguss der klassischen Machart seinen Weg auf die Leinwände der Welt. In den Staaten mit großem Erfolg gelaufen, stoßen sie außerhalb eher auf Desinteresse. Ähnlich wird es wohl auch Spiel auf Sieg ergehen.
Im Mittelpunkt steht hier die schnelle Jagd nach Körben. Basketballcoach Don Haskins kommt als neue Hoffnung an ein texanisches College, um ein repräsentatives Team aufzustellen.
Dass er es aufs Siegen abgesehen hat, gefällt der konservativen Schulleitung. Auf weniger Gegenliebe stoßen allerdings seine Maßnahmen: Auf der Suche nach Top-Spielern reist er quer durchs Land und holt neun junge Talente in die texanische Provinz – ausnahmslos Schwarze. Im Amerika der 60er eine Aktion, die von allen Seiten mit rassistischem Misstrauen beäugt wird.
Selbst als seine harten Trainingsmethoden Früchte tragen und das Team Sieg um Sieg einfährt, verstärken sich die fremdenfeindlichen Übergriffe gegen ihn und die Spieler. Aber Don gibt nicht auf, selbst als die gesellschaftliche Niederlage kurz bevor steht.
Auf dem wahren Aufstieg der ersten fast ausschließlich schwarzen Collegemannschaft und ihres Trainers Haskins beruhend, produzierte Filmmogul Jerry Bruckheimer einen in allen Belangen konventionellen Sportfilm. Angetrieben durch seinen Erfolg mit Gegen jede Regel setzte er einen Neuling auf den Regiestuhl und platzierte vornehmlich junge, unverbrauchte Gesichter vor die Kamera. Während die Geschichte jedoch durchaus zu einem packenden Leinwanddrama gereicht hätte, hebt sich die Adaption selten über das Mittelmaß und wird zudem noch von einem penetrant klebrigen Soundtrack versüßt, der die zahlreichen heldenhaften Ansprachen im Pathos ertränkt. LT USA 2005 (Glory Road) Regie: James Gartner. Buch: Bettina Gilois, Chris Cleveland. Mit: Josh Lucas, Derek Luke, Austin Nichols, Mehcad Brooks, Emily Deschanel, Jon Voight. 106 Min. Ab 6. April 2006 im Kino. |