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Speed Racer

Fünf Jahre nach Abschluss der 'Matrix'-Saga melden sich die Wachowskis mit einem Familienfilm zurück. Als Vorlage dient ihnen die japanische Animeserie „Speed Racer“ („Mach Go Go“ in Japan) aus dem Jahre 1967, die auch die erste Zeichentrickserie ihrer Art war, die im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde.


Mom Racer erklärt dem Helden Speed Racer in einem der vielen Unter-vier-Augen-Gesprächen dieses Films, warum sie sich seine Rennen anschaut: Sie wären wunderschön und inspirierend, also Kunst.

Inspirierend ist der neue Film der Wachowski-Brüder zwar nicht, aber in seiner totalen, digitalen Künstlichkeit und in seiner fast schon abstrakten Reduzierung auf Farben, Formen und Bewegung in den Rennszenen ist er geradezu als „schön“ zu bezeichnen – wenn nur nicht die Handlung und die Dialoge wären.

Speed will in die Fußstapfen seines legendären Bruders Rex treten, und der beste Rennfahrer aller Zeiten werden. Das Talent dazu hätte er, was auch der diabolische Industrielle Royalton erkennt und ihm deswegen ein lukratives Angebot macht. Aus Treue zum Familienunternehmen der Racers schlägt er dieses Angebot aus. Und so muss er zwischen dem familiären Schatten, der korrupten Industrie und dem Kampf gegen ebendiese versuchen, er selbst zu werden – der größte Rennfahrer überhaupt.

Es ist faszinierend zu betrachten, mit welcher Liebe zum Detail die Wachowskis die Bildsprache alter Animeserien in einen Live-Action-Film zu übertragen wissen. Dass sie aber kein Talent für Dialoge haben, ihre Charaktere aber dennoch so viel herumschwadronieren lassen, war schon immer ihr größtes Manko. Wenn man also das, größtenteils auch hölzern vorgetragene, Geschwafel auf Soundbites herunterkürzen, einige der Szenen mit dem hyperaktiven Bruder Spritle und seinem Affen herausnehmen und die Handlung etwas straffen würde, d. h. den Film auf die Rennszenen und einige wirklich witzige Kampfszenen – mit den inkompetentesten Ninjas der Filmgeschichte – reduziert, dann könnte dieser Bilderrausch dann doch noch Kunst sein. Thomas Hemsley

USA 2008. Regie und Buch: Andy und Larry Wachowski. Mit: Emile Hirsch, Christina Ricci, John Goodman, Susan Sarandon, Matthew Fox, Roger Allam, Christian Oliver, Cosma Shiva Hagen, Ralph Herforth, Moritz Bleibtreu, Richard Roundtree, Benno Fürmann. Warner. 135 Min. Ab 8.Mai 2008 im Kino.

 

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