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Sommer 04




Wenn die Hürde des ersten Spielfilmes für einen Filmhochschulabsolventen erst einmal mit Bravour gemeistert wurde, sind gerade die Erwartungen an den zweiten Film hoch gesteckt.

Stefan Krohmer konnte 2002 mit Sie haben Knut Kritiker und Publikum gleichermaßen begeistern. Nach einigen, ebenfalls preisgekrönten Arbeiten fürs Fernsehen (Adolf-Grimme -Preis mit Gold für Familienkreise) hat Krohmer nun mit Sommer ‘04 seinen zweiten Kinofilm abgedreht. Erneut zeichnete Daniel Nocke, mit dem Krohmer seit 1999 zusammenarbeitet, für das ungewöhnliche Drehbuch verantwortlich.

Miriam macht mit ihrem Mann, dem gemeinsamen Teenagersohn und dessen Freundin Livia Segelurlaub am Meer. Als die knapp 13jährige Livia die Bekanntschaft mit dem Playboy Bill macht und abends nicht nach Hause kommt, fühlt sich Miriam für das Mädchen verantwortlich und fährt zu Bill nach Hause. Es beginnt ein gefährliches Spiel um Verlangen, Kontrollverlust und Eifersucht, das den zuvor idyllischen Familienurlaub aus seiner Bahn wirft.

Daniel Nockes Drehbuch wartet mit einigen überaus spannenden Konstellationen auf, wenn sich Miriam beispielsweise auf die nächtliche Suche nach Livia begibt oder klärende Gespräche zwischen den Beteiligten unheilvoll im Raum hängen. Dazwischen plätschert die Handlung immer wieder gemächlich vor sich hin und spiegelt dabei geschickt die Ereignislosigkeit von relaxten Ferien, aber auch der Ruhe vor dem Sturm wider.

In der Beobachtung dieser Situationen erweist sich Regisseur Krohmer abermals als lebensnah und realistisch. Dagegen wirken einige der vor allem gegen Ende geballt auftretenden dramatischen Ereignisse reichlich konstruiert und schmälern die Glaubwürdigkeit des Vorangegangenen erheblich. Wie gut, dass es vor allem Martina Gedeck spielend gelingt, diese Mankos auszubügeln. FB

D 2006. Regie: Stefan Krohmer. Buch: Daniel Nocke. Mit: Martina Gedeck, Robert Seeliger, Peter Davor, Svea Lohde, Lucas Kotaranin, Nicole Marischka, Gabor Altorgay. Alamode. 97 Min. Ab 19. Oktober 2006 im Kino.