
Jeder neue Killerfilm, der Gewaltexzesse mit absurder Komik zu verbinden versucht, muss sich zwangsläufig am Kultfilm des Genres schlechthin messen lassen: Pulp Fiction.
Und kaum einer der zahlreichen Epigonen hat es tatsächlich geschafft, Quentin Tarantinos Meisterstück auch nur annähernd das Wasser zu reichen. Auch Smokin’ Aces gelingt dies nicht, in erster Linie, weil er sich fast durchgehend viel zu ernst nimmt, obwohl das Thema und seine überzogene Machart doch eigentlich die Ironie für sich gepachtet haben müssten.
Das FBI beschattet den Mafiaboss Primo Sparazza und kommt dabei hinter ein Komplott, das den Las-Vegas-Zauberer Buddy „Aces“ Israel das Leben kosten soll. Gleich mehrere ultrabrutale Auftragskiller haben es auf den eitlen Lebemann abgesehen – zwei FBI-Topagenten müssen nun mit der schwierigen Aufgabe klarkommen, Israel heil aus der Sache herauszubekommen.
Joe Carnahan ist ein Liebling des Independentfestivals in Sundance, dessen dritter Film Smokin’ Aces nun auch bei uns in die Kinos kommt. Sein Stil ist roh, schnell und gnadenlos, sein Erzählrhythmus erinnert ein wenig an Tony Scotts Auftragskillerdrama Domino. Hier wie da sind auch einige abgehalfterte Stars der 80er Jahre in eindrucksvollen Parts zu bestaunen, in beiden Filmen dominiert aber der Look über den Inhalt.
Carnahan gelingt es kaum, einen angemessenen Spannungsbogen aufzubauen, stattdessen steigert er sich im Laufe des Films einfach in eine immer brutaler und expliziter werdende Gewaltorgie. Seinem Blutbad, das man in dieser Intensität bislang selten in einem Mainstreamfilm gesehen hat, kann man aber nur schwerlich etwas Positives abgewinnen, zumal es vollkommen selbstzweckhaft angelegt ist und nur den eingeschworensten Splatterfans Vergnügen bereiten dürfte. TS
USA 2006. Regie und Buch: Joe Carnahan. Mit: Andy Garcia, Ben Affleck, Ray Liotta, Ryan Reynolds, Jeremy Piven, Alicia Keys, Taraji Henson, Peter Berg. Universal. 109 Min. Ab1. März 2007 im Kino.
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