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Sharkwater


Oft färbt sie sich blau, die Kinoleinwand in letzter Zeit: Dokumentarfilme nähern sich mannigfaltig dem Thema Klimawandel, erzählen von unserer Erde und damit auch von schmelzenden Polen und vom Weltmeer.

Regisseur, Fotograf und Taucher Rob Stewart begibt sich hier erneut auf Tauchgang. Ihm geht es dabei vordergründig um die Entmythologisierung der Bestie Hai, die sich mit Filmen wie 'Der weiße Hai' und durch entsprechende Medienhysterie weltweit gefestigt hat. Haie töten fünf Menschen im Jahr, setzt Stewart dagegen. In faszinierenden Bildern erlebt der Zuschauer die Flossenjäger als Lebewesen von einem neben vielen, die das Gleichgewicht aufrechterhalten und damit den Ozean als Lebenserhaltungssystem dieser Erde am Laufen halten.

Der Mensch macht derweil täglich hunderttausendfach Jagd auf Haie, weil das feierliche Kredenzen der (geschmacklosen) Flossen im asiatischen Raum verstärkt als Statussymbol gilt. „Shark Finning“ nennt man den Vorgang, wonach den gefangenen Haien die Flossen abgeschnitten und die verkrüppelten Tiere wieder ins Meer geworfen werden.

Gemeinsam mit dem gleich gesinnten Öko-Aktivisten Paul Watson begibt sich Stewart gen Costa Rica, wo die kriminellen Fischer von Regierung und Mafia gedeckt werden. Die Kamera dokumentiert die abenteuerliche, gefahrenvolle Reise.

Ein visuell beeindruckender und umweltpolitisch wichtiger Film mit klarer Botschaft. Angesichts dessen dürfen dem ambitionierten Regisseur die mitunter arg polemische Herangehensweise und seine narzisstische Selbstinszenierung nachgesehen werden. Hartmut Ernst

CDN 2006. Regie, Kamera und Buch: Rob Stewart. Mit: Rob Stewart, Paul Watson, Dr. Erich K. Ritter, Boris Worm, Carlos Pérez Cembrero, Dr. Patrick Moore. Polyband. 89 Min. Ab 10. April 2008 im Kino.

 

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