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Schwesterherz


Anne ist eine kühle Karrierefrau, die sich mit ihrer jüngeren Schwester Marie eine Auszeit mit einem Spanienurlaub gönnt. Doch vor Ort wird Anne ihr verkorkstes Leben immer bewusster, sie kann sich nicht von ihrer Arbeit lösen und weiß nicht, wie sie mit ihrem Freund weitermachen soll.

Heike Makatsch weiß sicherlich sehr genau, über was sie in ihrem ersten Drehbuch hier geschrieben hat. Schon seit Jahren zählt sie in Deutschland zu den gefragtesten und bekanntesten Schauspielerinnen und wird diesen beruflichen Druck sicherlich auch zu einem Teil mit in ihr Privatleben transportieren.

Die Anne, die sie sich selbst auf den Leib geschrieben hat, ist eine Frau, die man auch aus dem eigenen Umfeld zu kennen glaubt. Erschreckend ist indes, mit welcher Verve die Makatsch diese Figur so gänzlich ohne Sympathiepunkte ausstattet, wie gnadenlos sie Annes Starrheiten, Gereiztheit und Überheblichkeit bloßstellt.

An der Seite der gerade volljährig gewordenen jüngeren Schwester versucht Anne zwar, gute Laune und Lebensfreude zu versprühen, doch nicht nur der Zuschauer merkt schnell, dass sie damit nur ihre Unsicherheit und Unzufriedenheit zu kaschieren versucht.

Die Fassade beginnt endgültig zu bröckeln, als die beiden Frauen zwei gut aussehende junge Touristen kennen lernen, die Anne schon nach kurzer Zeit nur allzu deutlich auf ihr zielloses Leben aufmerksam machen.

Heike Makatsch hatte bereits vor zwei Jahren mit Regisseur Ed Herzog zusammengearbeitet. Das Ergebnis Almost Heaven ist gelinde gesagt ein in Stereotypen gefangenes Möchtegern-Road Movie geworden, über das man besser den Mantel des Vergessens hüllt.

Vielleicht aufgrund der Tatsache, dass Herzog hier lediglich für die Regie verantwortlich zeichnete, kann Schwesterherz ungleich besser überzeugen. Zwar bleibt die dramaturgische Konzeption über weite Strecken allzu sehr einer simplen Fernsehästhetik verhaftet, aber aufgrund der intensiven Darstellerleistungen wird man dafür hinlänglich entschädigt. Die Kamera bleibt dicht dran an den Figuren, der Ferienort wird in tristen Nichtfarben inszeniert, was ihm jeglichen Glanz raubt und die Melancholie der gesamten Situation unterstreicht. Und der Film vollbringt sogar den Kunstgriff, dass einem Anne mit ihren Macken und Fehlern im Laufe der Spielzeit doch irgendwie ans Herz wächst. FB

D 2006. Regie: Ed Herzog. Buch: Heike Makatsch, Johanna Adorján. Mit: Heike Makatsch, Anna Maria Mühe, Sebastian Urzendowsky, Ludwig Trepte, Marc Hosemann, Denis Moschitto, Felix Vörtler. NFP. 94 Min. Ab 6. September 2007 im Kino.

 

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