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Schwere Jungs


Da schielten wohl ein paar findige Filmfinanziers neidisch auf den Erfolg von Sönke Wortmanns Weltmeisterschaftsdrama Das Wunder von Bern und versuchten, ein möglichst ebenso massenkompatibles sportliches Großereignis aus der deutschen Sportgeschichte für die Leinwand zu verewigen.

Gefunden haben sie schließlich den Goldmedaillensieg der deutschen Außenseitermannschaft im Viererbob bei den Olympischen Winterspielen 1952 in Oslo. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, der bereits 1936 seinen Anfang nimmt, als sich zwei verfeindete Freundescliquen in Garmisch-Partenkirchen um die Krone der Schlittenkönige streiten.

Sechzehn Jahre später sind die erwachsen gewordenen Widersacher noch erbittertere Gegner. Nachdem man mühselig die alte Mannschaft wiedervereinigt hat, ziehen die beiden Teams zur ersten Nachkriegsteilnahme der Deutschen bei einer Winterolympiade. Hahnenkämpfe innerhalb der Sympathieträger-Mannschaft bleiben dabei ebenso wenig aus wie sich zuspitzende Rivalitäten mit den Favoriten, einer garstigen Aufschneiderbande.

Schade, dass sich Marcus H. Rosenmüllers Film alsbald in den ausgetretenen Pfaden amerikanischer Sportfilme festfährt, nachdem er doch einigermaßen unterhaltsam begonnen hatte. Vom Charme und den frechen Ideen seines Erstlings Wer früher stirbt, ist länger tot ist hier jedenfalls nicht mehr viel übrig geblieben.

Nur, weil sein Film in den frühen 50er Jahren angesiedelt ist, hätte nicht die geringste Notwendigkeit bestanden, auch den miefigen, verklemmten Humor dieser Zeit unverändert zu übernehmen. Weder der Running Gag mit Gaststar Bastian Pastewka über die mutmaßliche Homosexualität der Mannschaft noch die antiquierten Albernheiten über geschmuggelte Pornohefte machen Schwere Jungs unterhaltsamer. TS

D 2006. Regie und Buch: Marcus H. Rosenmüller. Buch: Philipp Roth. Mit: Sebastian Bezzel, Michael A. Grimm, Simon Schwarz, Antoine Monot jr., Nicholas Ofczarek, Andreas Harwath, Bastian Pastewka, Horst Krause. Constantin. 94 Min. Ab 18. Januar 2007 im Kino.