Home

 

Schräger als Fiktion


Harold Crick (Will Ferrell) ist ein Finanzbeamter, der ein bis ins kleinste Detail geplantes und akribisch nach der Uhr gestelltes Leben führt. Jeder Schritt, jede Kaffeepause, jede Bewegung der Zahnbürste ist abgezählt.

Sein von anderen unbeachteter, freudloser und ewig gleicher Alltag gerät jedoch völlig aus dem Takt, als jemand genauer hinsieht, als möglich ist. Denn die Stimme einer Frau, die Harold in seinem Kopf vernimmt, kommentiert plötzlich sein Handeln und Denken. So, wie man es sonst nur aus Romanen kennt.

Doch nicht genug damit, dass nur er sie hören kann und daher bald glaubt, den Verstand zu verlieren – dies geschieht ausgerechnet, als er im Begriff ist, sich unglücklich in eine Steuersünderin (Maggie Gyllenhaal) zu verlieben. Denn die Stimme orakelt unvermittelt, dass er bald sterben wird. Hilfe sucht der Geplagte zunächst bei einer Psychologin (Linda Hunt), dann bei einem Literaturprofessor (Dustin Hoffman). Tatsächlich und wie der Zuschauer schon früh erfährt, liegt Harolds Schicksal in den Händen der neurotischen Schriftstellerin Kay Eiffel (Emma Thompson). Die schreibt ihren neuen existenzialistischen Roman. Und der Name ihres Protagonisten lautet Harold Crick!

Was wie eine weitere intellektuell-fantasievolle Kopfgeburt von Charlie Kaufman (Being John Malkovich, Vergiss mein nicht!) klingt, entstammt dem Hirn des Debüt-Drehbuchautoren Zach Helm. Inszeniert von Marc Forster (Stay, Monster’s Ball) und von herausragenden Co-Stars begleitet, kann sich darin nun auch Blödler Will Ferrell (Verliebt in eine Hexe) ins dramatischere Fach freischwimmen. Er verleiht der skurril-tragikomischen Story und vor allem der eingestreuten, abwegigen Liebesgeschichte die notwendige erfrischende Note. PH

USA 2006 (Stranger Than Fiction) Regie: Marc For­ster. Buch: Zach Helm. Mit: Will Ferrell, Maggie Gyllenhaal, Emma Thompson, Dustin Hoffman, Queen Latifah, Linda Hunt, Tom Hulce. Sony. 113 Min. Ab 8. Februar 2007 im Kino.

 

> Offizielle Filmseite (International)