Jigsaw, der Puzzlemörder, liegt auf dem Obduktionstisch. Im Magen des läuternden Killers findet sich eine Kassette, die die Spiele auch nach seinem Tod weiterlaufen lässt. Polizist Rigg wird entführt und hat genau 90 Minuten Zeit, seine Kollegen aus einer tödlichen Falle zu befreien.
Wer geglaubt hatte, dass die Saw-Filme mit Teil drei und dem Tod des Protagonisten Jigsaw und seiner treuen Schülerin Amanda abgeschlossen seien, der kann sich von Stammregisseur Darren Lynn Bousman nun eindrucksvoll eines besseren belehren lassen.
Wie die Filmemacher schon im Audiokommentar und den Making Ofs zum dritten Teil anklingen ließen, steckt hinter dem Konzept das Potenzial für eine viel größere Filmreihe, in der Figuren aus den vorangegangenen Teilen schließlich eine neue Bedeutung zukommt und deren Geschichten das Saw-Universum um zusätzliche Komponenten bereichern. Einen ersten Vorgeschmack gibt es nun in dieser weiteren Fortsetzung, die auch keine Zweifel daran lässt, dass Teil fünf bereits in den Startlöchern steht.
Detective Hoffman und Polizist Rigg sind zwei Nebenfiguren aus den Vorgängern, die nun in den Mittelpunkt rücken und weitere Puzzleteile in einer komplexen Handlung darstellen. Auch wenn die Macher zahlreiche Hinweise streuen, dürfte es mittlerweile fast unmöglich geworden sein, der Geschichte zu folgen, wenn man die vorangegangenen Teile nicht kennt.
Natürlich hat auch Saw IV jede Menge pervers-brutaler Folterszenen zu bieten, die das Herz von Splatter- und Horrorfans auch dann höher schlagen lassen, wenn man der Story an sich nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken mag. Das beginnt schon mit der genüsslich zelebrierten Obduktion Jigsaws in den ersten Minuten des Films. Doch der eigentliche Reiz der expliziten Filmreihe besteht eben in dem Mehr, das sie zu bieten hat und sie von anderen Serienschockern haushoch abgrenzt.
Da ist zum einen dieser weitsichtige Plan, dem sich die Drehbücher unterordnen und der selbst dann noch Fortsetzungen erlaubt, wenn schon alle losen Enden zusammengefügt scheinen. Und zum anderen ist es die Motivation, die hinter den Gräueltaten steckt und sie von schierer Gewalt unterscheidet: Jigsaw und seine Epigonen foltern, um zu läutern, und lassen ihren sündigen Opfern dabei stets Möglichkeiten offen, zumindest lebend aus den Fallen zu entkommen. FB USA 2007. Regie: Darren Lynn Bousman. Buch: Patrick Melton, Marcus Dunstan. Mit: Tobin Bell, Scott Patterson, Betsy Russell, Costas Mandylor, Lyriq Bent, Justin Louis, Donnie Wahlberg. Kinowelt. 95 Min. Ab 7. Februar 2008 im Kino.
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