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Running Scared


Nach seinem äußerst gelungenen Drama The Cooler drehte Regisseur und Drehbuchautor Wayne Kramer mit Running Scared nun eine Mischung aus Gangsterthriller und urbanem Horror-Märchen.

Alles beginnt mit einem Drogendeal, der schief geht und sowohl für mehrere Polizisten als auch für die meisten der Dealer tödlich endet. Einer der überlebenden Dealer, Joey Gazelle, hat dafür zu sorgen, dass die Tatwaffen an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Er versteckt sie bei sich zu Hause im Keller, doch wie es der Zufall so will, werden die Waffen von Oleg, dem besten Freund von Gazelles Sohn Nicky, gefunden.

Oleg stiehlt einen der Revolver und schießt damit auf seinen gewalttätigen Stiefvater um seine Mutter zu beschützen. Anschließend flüchtet er mitsamt der Waffe. Damit beginnt für Joey ein Wettlauf mit der Zeit, muss er doch den Jungen vor der Polizei und seinen Gangsterkollegen finden, um sich und das Leben seiner Familie zu schützen.

Man merkt von Anfang an, dass es Kramer in Running Scared vor allem darum ging, seinem Film eine möglichst hohe Intensität zu verleihen. Dies gelingt ihm jedoch nur bedingt. Schuld daran ist zum einen die aufdringliche Videoclipästhetik, die allzu oft zum Selbstzweck gerät und der Spannung eher abträglich ist. Zum anderen wirkt die Story bisweilen etwas löchrig, im Rückblick betrachtet ergibt Gazelles verzweifelte Jagd nach der Waffe nicht einmal wirklich einen Sinn.

Nichtsdestotrotz enthält die düstere, oft unberechenbare Handlung auch gelungene Momente. Insbesondere der Teil, in dem Oleg von einem pädophilen Ehepaar, das selbst die übelsten Gangster des Filmes sympathisch wirken lässt, entführt wird, ist nicht nur sehr spannend, sondern auch ziemlich schräg und unheimlich umgesetzt. Es sind Passagen wie diese, die den Spannungsbogen des Films bis zum Schluss aufrecht erhalten. CC

USA/D 2006. Regie und Buch: Wayne Kramer. Mit: Paul Walker, Cameron Bright, Vera Farmiga, Chazz Palminteri, Johnny Messner, Michael Cudlitz. 122 Min. Ab 13. April 2006 im Kino.