Mit den Chinesen im Zug nach Lhasa, dann bis hinauf auf das Dach der Welt und schließlich den tibetischen Flüchtlingen nach Nepal folgend – das ist die erklärte Reiseroute des Filmteams Marco Keller und Ronny Pfreundschuh, in deren Verlauf tibetische Mönche genauso zu Wort kommen wie Chinesen, der Dalai Lama und ehemalige politische Gefangene.
Die Aufnahmen entstanden im Sommer 2004: Heimlich und unauffällig richteten die beiden Freiburger als Touristen getarnt ihre Kamera auf Alltagsszenen, die ein Land zwischen Tradition und Moderne, Religion und Unterdrückung zeigen. Neben zahlreichen Interviews legen Keller und Pfreundschuh ihren Schwerpunkt vornehmlich auf die Begebenheiten, denen sie im Laufe ihrer Reise begegneten. Das Einbinden des Filmteams mag dabei insofern interessant sein, als dass es zum einen die kulturellen und umweltbedingten Unterschiede, wie z. B. die dünne Höhenluft oder unbekannte Rituale, verdeutlicht. Zum anderen werden auch die widrigen Umstände aufgezeigt, unter denen gefilmt wurde, wenn sich die Kamera hinter einem kleinen Guckloch oder unter einer Plane verstecken muss. Die Umsetzung wirkt hierbei jedoch mitunter deplatziert und zusammenhanglos, besonders die belehrende Stimme aus dem Off reißt den Zuschauer häufig aus dem Filmverlauf. Dennoch bringt der Film interessante Bilder hervor, die auch über die momentane Medienpräsenz Tibets hinaus ihre Wichtigkeit haben. Diana Kapke D 2008. Regie, Buch, Kamera und Schnitt: Marco Keller. Fotografische Dokumentation, Buch und Reiseplanung: Ronny Pfreundschuh. Mit: Dalai Lama, Wen Tiejun. Déjàvu. (O.m.U.) 80 Min. Ab 1. Mai 2008 im Kino.
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