Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stehen sich die beiden Varieté-Zauberer Robert Angier und Alfred Borden im Londoner Westend konkurrierend gegenüber. Robert macht Alfred für den Tod seiner großen Liebe verantwortlich, und so entbrennt zwischen den beiden Männern ein Kampf um die Krone der Magie.
Dass die Filme Christopher Nolans (Following, Memento) nur selten einer stringenten Chronologie folgen, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Auch hier sind die unterschiedlichsten Zeitebenen wieder aneinander geschnitten und müssen vom Zuschauer entpuzzelt werden, damit sich der schlussrichtige Handlungsablauf ergibt. So steht schon zu Beginn der Tod Angiers, für den Borden verantwortlich gemacht und inhaftiert wird.
Erst im Laufe der Zeit enthüllt uns Nolan die Hintergründe und das spannungsreiche Figurengeflecht, das in diesem gewaltsamen Tod gipfelte. Da Prestige aber im Milieu der Zauberkünstler und Illusionisten spielt, wird man auch vom Regisseur so manches Mal an der Nase herumgeführt – denn nichts ist hier wirklich so, wie es zu Beginn den Anschein hat.
Genau darin liegt aber auch die Krux des Films, denn die geheimnisvollen Enthüllungen, die einen Großteil des Reizes ausmachen sollen, sind nicht immer wirklich überraschend. Bei anderen wiederum stellt sich ein Gefühl ein, das mit jenem vergleichbar ist, das man hat, wenn man einen Zaubertrick erklärt bekommt – Enttäuschung darüber, wie simpel die Illusion bewerkstelligt wurde.
Zum Glück bilden die magischen Kabinettstückchen aber nur einen Teil des Settings von Nolans Film und sind eben auch auf spielerische Weise in die Dramaturgie übertragen worden. Darüber hinaus ist Prestige nämlich ein überzeugender Schauspielerfilm mit stargespickter Besetzungsliste, der in edlen Szenerien die Theater- und Varietélandschaft des viktorianischen Englands wiedererstehen lässt. FB
USA/GB 2006 (The Prestige) Regie und Buch: Christopher Nolan. Buch: Jonathan Nolan. Mit: Hugh Jackman, Christian Bale, Sir Michael Caine, Scarlett Johansson, Rebecca Hall, Andy Serkis, David Bowie. Warner. 128 Min. Ab 4. Januar 2007 im Kino. |