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Paranoid Park

Gus Van Sant auf den Spuren des Jugendspezialisten Larry Clark. Das düstere Porträt des Alltags eines Skaters, der durch einen Unfall auf den Kopf gestellt wird.


Mit der Amerika-Trilogie, in der er sich authentischer Tragödien seines Vaterlandes annahm, hat sich der Independent-Filmemacher Gus Van Sant zu einem der interessantesten US-Regisseure weiterentwickelt. In 'Gerry', 'Elephant' und 'Last Days' hatte er allen überflüssigen Hollywood-Ballast über Bord geworfen und die Geschichten sowohl inhaltlich als auch filmisch auf das Essenziellste reduziert. In 'Paranoid Park' führt er diesen minimalistischen Stil nun einerseits fort, andererseits beschreitet Van Sant auch wieder völlig neue Wege.

Thematisch reiht sich der Film, der auf einem Roman von Blake Nelson basiert, in die düsteren Vorgänger ein. Der junge Skateboarder Alex (Gabe Nevins) ist in den gewaltsamen Tod eines Wachmannes verwickelt, was seinen Alltag zunehmend aus den Fugen geraten lässt.

Aus 'Elephant' kennen wir Einstellungen, in denen die Kamera hinter dem Protagonisten herschleicht – diese werden hier aber nur beiläufig zitiert. Ebenfalls von seinen letzten Werken bekannt, verzichtet Van Sant auch nach wie vor auf ermüdende Schnitt-Gegenschnitt-Visualisierungen und fokussiert bei Dialogen viel lieber eine der Personen für die gesamte Zeit. Bei ihm dürfen Teenager noch Pickel haben und sehen nicht allesamt aus wie einem Modelkatalog entsprungen. Den Authentizitätsanspruch stellt er dann schon lieber inszenatorisch in Frage, wenn er den Originalton komplett ausblendet und Skating-Szenen mit Geräuschen, Stimmen und sphärischer Musik unterlegt. Überhaupt spielt der Einsatz von non-diegetischer Soundtrack-Musik zum ersten Mal seit Langem bei Van Sant wieder eine wichtige Rolle. Auch mit einer noch so unspektakulären Geschichte und geringem produktionstechnischen Aufwand kann das einstige Enfant terrible nach wie vor überzeugen. Frank Brenner

USA 2007. Regie und Buch: Gus Van Sant. Mit: Gabe Nevins, Daniel Liu, Taylor Momsen, Jake Miller, Lauren McKinney, Winfield Jackson. Peripher. 85 Min. Ab 15 Mai 2008 im Kino.

 

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