Wenn es eine Sache gibt, die in Noch einmal Ferien im Mittelpunkt steht, dann ist es das altbekannte „Carpe diem“-Motiv, der Appell, jeden Tag so zu leben, als ob es der letzte wäre.
Als Georgia Byrd erfährt, dass sie unheilbar krank ist, beschließt sie, ihr geregeltes Dasein hinter sich zu lassen und das zu tun, wovon sie schon immer geträumt hat. Kurzerhand reist sie mit ihren Ersparnissen in ein europäisches Luxushotel und nutzt die ihr verbleibende Zeit, um das Leben in vollen Zügen zu genießen.
Angesichts der ungeheuren Langeweile, die man beim Betrachten des Filmes verspürt, muss man sich jedoch unweigerlich fragen, wer einem die eigene wertvolle Zeit zurückgibt, die man im Kino verbracht hat. Eine andere Frage, die sich stellt, ist die, warum ein Regisseur wie Wayne Wang, der mit Streifen wie Smoke oder Macht der Begierde reizvolle und intelligente Independent-Filme inszeniert hat, sich immer häufiger dazu hinreißen lässt, solch flache Komödien wie Manhattan Love Story oder eben diesen Film zu drehen. Natürlich erlauben ihm kommerzielle Arbeiten dieser Art die nötige Freiheit bei der Umsetzung ungewöhnlicher Projekte, jedoch wäre eine sorgfältigere Auswahl der Drehbücher wünschenswert.
So sind die vermeintlich witzigen Szenen in der vorhersehbaren Story von Noch einmal Ferien vieles, aber eben nicht witzig, während die Momente, in denen Georgias kurze Lebenserwartung thematisiert wird, meist nur kitschig und sentimental sind. Das einzige, was die Geschichte ein wenig rettet, sind die sympathischen Darsteller, allen voran Queen Latifah und Gérard Depardieu. Ob es ein Happy Ending gibt? Aber selbstverständlich, zumal alles dermaßen glatt ausgeht, dass wohl selbst Walt Disney ein wenig übel werden würde. CC
USA 2005 (Last Holiday) Regie: Wayne Wang. Buch: Jeffrey Price, Peter S. Seaman. Mit: Queen Latifah,
LL Cool J, Timothy Hutton, Gérard Depardieu, Alicia Witt, Giancarlo Esposito, Michael Nouri. UIP. 112 Min. Ab 9. März 2006 im Kino |
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