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No Country For Old Men


In der Heimat bereits mit Kritikerlob und unzähligen Auszeichnungen bedacht, kommt der lang erwartete zwölfte Film der Coen-Brüder nun auch in unsere Kinos.

Wie schon in ihren frühen Meisterwerken des Film Noir schicken sie darin kleine Ganoven, die vom großen Geld träumen, in die von schrägen Figuren bevölkerte amerikanische Provinz.

Eine solche Beute hätte sich der mittellose Jäger Llewelyn Moss (Josh Brolin) nicht träumen lassen: Mitten in der kargen texanischen Landschaft entdeckt er eine Gruppe verlassener Autos. Beim Näherkommen wird klar: Hier hat es einen Schusswechsel gegeben, den niemand überlebt hat. Glück für Llewelyn, denn neben einer großen Drogenlieferung entdeckt er auch eine Tasche mit 2 Millionen Dollar. Selbstredend, dass die jemandem gehört, und so hat Llewelyn schon bald den kaltblütigen Auftragskiller Anton Chigurh (Javier Bardem) im Nacken. Derweil folgt Sheriff Ed Tom Bell (Tommy Lee Jones) der Spur aus Blut in Richtung Mexiko.

Wir hatten schon befürchtet, die Coens an den Mainstream verloren zu haben, waren sie doch in letzter Zeit zunehmend den seichten Komödien (das enttäuschende 'Ladykillers'-Remake) verfallen. Doch die Zeit scheinen die beiden genialen Köpfe genutzt zu haben, um zu ihrem Meisterstück auszuholen. 'No Country For Old Men' vereint all die vertrauten Elemente, die Filme wie 'Blood Simple', 'Fargo' und 'Miller’s Crossing' zeitlos machen. Die Gier bringt erneut eine ganze Steinlawine ins Rollen, aus der alle Beteiligten am Ende nur auf allen Vieren wieder hervor kriechen können.

Gleiches Geschick wie bei der Auswahl der Vorlage, einem Roman von Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy, bewiesen die Coens auch wieder bei der Besetzung: Javier Bardem spielt den emotionslosen Killer Furcht einflößend oscarverdächtig. Josh Brolin gibt den einsamen Helden mit entspannter Coolness und tödlicher Präzision, die er aus Instinkt und Überlebenswille schöpft. Tommy Lee Jones schließlich ist, wie wir selbst, Zuschauer der Ereignisse, hat aber mit dem lakonischen Schlussmonolog das letzte Wort. 'No Country For Old Men' ist somit eher eine Verneigung vor den Klassikern des Western, als ein geradliniger Gangsterfilm. Ein Platz unter den Meisterwerken ist ihm in jedem Fall sicher. Lars Tunçay

USA 2007. Regie und Buch: Joel und Ethan Coen. Mit: Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald, Garret Dillahunt, Tess Harper, Barry Corbin. Universal. 122 Min. Ab 28. Februar 2008 im Kino.

 

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