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Night of the Shorts – Die letzten Tage




Die letzten Tage ist der Titel nur eines Kurzfilmes von insgesamt fünf, die sich alle mehr oder weniger dem Thema Krieg widmen: dem Zweiten Weltkrieg, dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien, dem Kalten Krieg.

In Die letzten Tage geht es um die Schlussphase des Zweiten Weltkriegs, in der Brutalität, Hass und Misstrauen herrschen: Wer kann wem noch vertrauen? Die Nazis rächen sich an den Verrätern, die Opfer rächen sich an den Nazis. Die einen betrachten die Alliierten als Feinde, die anderen als Retter.

Zwei amerikanische Bomberpiloten stürzen in einem Waldgebiet ab und verschanzen sich in einem Haus, in dem sich ebenfalls ein fahnenflüchtiger deutscher Soldat versteckt hält. Eigentlich stehen die drei auf der gleichen Seite, aber mangelnde Sprachkenntnisse und der Umstand, dass der Deutsche einen der beiden Amerikaner in einem Reflex angeschossen hat, verhindern eine Vertrauensbasis. Das Kurzdrama von Oliver Frohnauer besticht durch intensives Spiel und eine beklemmende Atmosphäre.

Bei den anderen vier Kurzfilmen sind zwei besonders hervorzuheben: In Sniper Alley jagt ein junger deutscher UN-Soldat im zerbombten Sarajevo einem Unbekannten hinterher, der mit einem Gewehr aus der Ferne seinen Kameraden erschossen hat. Seine Entschlossenheit, Rache zu nehmen, verliert der Deutsche jedoch, als er in das Gesicht eines Kindes blickt.

In Die rote Jacke von Florian Baxmeyer, der für diesen Film den Studenten-Oscar erhielt, spielt Ulrich Noethen einen verzweifelten Vater, dessen Sohn tragisch ums Leben kommt. Die „Bayern München“-Jacke, die der Junge bei seinem Tod trug, schmeißt der trauernde Vater in eine Mülltonne. Der Zuschauer verfolgt den Werdegang der Jacke bis nach Bosnien – und schließlich wieder zurück nach Deutschland... HK

D 2002-2005. Regie: Rudolf Schweiger, Florian Bax­meyer, Ralf Westhoff, Sören Hüper, Christian Prettin, Oliver Frohnauer. Mit: Catherine Flemming, Sebastian Ströbel, Ulrich Noethen, Catrin Striebeck, Patrick Güldenberg, Christian Prettin, Jeff Burrell. W-film. 93 Min. Ab 19. Oktober 2006 im Kino.