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Niceland


Chloe und Jed arbeiten in der gleichen Firma, sind Teenager und gerade dabei, sich gegenseitig ihre Zuneigung und Liebe einzugestehen. Da begeht Jed aus Unachtsamkeit und Überschwung einen Fehler, der zum Tod von Chloes geliebter Katze führt.

Damit ist der jungen Frau der Sinn des Lebens verloren gegangen. Jed versucht, bei einem eigenbrötlerischen Eremiten eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn der eigenen Existenz zu finden, damit Chloe wieder glücklich wird und die beiden heiraten können.

Die Besonderheit an Friðrik Thór Friðrikssons Niceland liegt darin, dass die beiden Protagonisten Chloe und Jed geistig zurückgeblieben sind. Die Firma, in der die beiden arbeiten, ist eine Behindertenwerkstatt, ihre besten Freunde haben das Down-Syndrom und so manche Nebensächlichkeit bekommt in ihrem Alltag staatstragende Gewichtungen.

Dem isländischen Regisseur gelingt es auf einfühlsame Weise, die Geschichte des jungen Liebespaares und die bedeutende Suche nach dem Sinn des Lebens warmherzig und märchenhaft zu inszenieren. Der von Gary Lewis einmal mehr mit Herz und raubeinigem Charme gespielte Einsiedler handelt zwar mitunter allzu sehr nach dem Drehbuch, aber über diese Unwahrscheinlichkeiten kann man gerne hinwegsehen, weil alle Darsteller einen enormen Sympathiebonus auf die Waagschale werfen und die Geschichte mit liebenswerten Episoden angereichert ist.

Wie schon Friðrikssons Vorgängerfilm Islandfalken ist auch Niceland ruhig und ein bisschen lakonisch in Szene gesetzt, man muss sich auf seinen langsamen Erzählfluss einstellen. Und auch wenn die nordisch-spröde Art allgegenwärtig ist, kann man doch mitunter mit einem Lächeln im Gesicht die eine oder andere nordrhein-westfälische Location entdecken, da der Film mit deutschen Geldern auch in Köln und Düsseldorf gedreht wurde. FB

ISL/GB/DK/D 2004. Regie: Friðrik Thór Friðriksson. Buch: Huldar Breiðfjörð. Mit: Martin Compston, Gary Lewis, Guðrún María Bjarnadóttir, Peter Capaldi, Kerry Fox, Shauna Macdonald, Timmy Lang. alpha Medienkontor. 86 Min. Ab 7. Dezember 2006 im Kino.